https://www.faz.net/-gqz-7yr0i

Charlie Hebdo : Chefredakteur kritisiert westliche Medien

  • Aktualisiert am

Kritik an der Feigheit westlicher Medien: Gérard Biard Bild: dpa

Besonders in den Vereinigten Staaten verzichteten viele Medien darauf, die Mohammed-Karikatur auf dem Titel der jüngsten Ausgabe von „Charlie Hebdo“ zu zeigen. Der Chefredakteur des Satiremagazins hat sie jetzt dafür kritisiert.

          1 Min.

          Der Chefredakteur des französischen Satire-Magazins „Charlie Hebdo“, Gérard Biard, hat westliche Medien kritisiert, die das Titelblatt der jüngsten Ausgabe mit einer Mohammed-Karikatur nicht veröffentlicht haben. Wenn Zeitungen in totalitären Staaten so handelten, sei es ihnen nicht zu verübeln, da ihren Mitarbeitern andernfalls Gefängnis oder gar Tod drohe, sagte Biard in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des US-Senders NBC News. Mit Medien in Demokratien verhalte sich das anders.

          „Diese Karikatur ist nicht einfach eine kleine Figur, ein kleiner Mohammed, der von Künstlern gezeichnet wurde“, betonte Biard. „Es ist ein Symbol, ein Symbol für die Meinungsfreiheit, die Religionsfreiheit, für Demokratie und Säkularismus....Es ist dieses Symbol, dessen Veröffentlichung sie verweigern.“

          NBC News gehört zu den Medien, die sich dafür entschieden haben, das Titelblatt nicht zu zeigen, ebenso wie viele andere Medien in den Vereinigten Staaten. In Deutschland hatten einige Zeitungen das neue „Charlie Hebdo“-Cover nachgedruckt, andere hatten aber ebenfalls darauf verzichtet. Die Veröffentlichung der Karikatur wenige Tage nach dem Terroranschlag auf das Magazin in Paris mit zwölf Toten hat in Teilen der islamischen Welt gewalttätige Proteste ausgelöst.

          Biard wandte sich entschieden dagegen, das Blatt als Provokateur anzuprangern. „Wir sind keine Krieger“, sagte er. „Wir haben niemanden getötet. Wir dürfen Denker und Künstler nicht in dieselbe Kategorie einordnen wie Mörder (...). Wir müssen damit aufhören zu erklären, dass jene, die schreiben und zeichnen, Provokateure sind, die Benzin ins Feuer gießen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Hat für heute Abend den CDU-Vorstands einberufen: Armin Laschet

          Mehr als die K-Frage : Was für Deutschland auf dem Spiel steht

          Jenseits des Streits um Kandidaten benötigt die Union inhaltlich einen kräftigen Ruck. Denn unser Land braucht eine große politische Kraft, die sich für eine stärker der Marktwirtschaft verpflichtete Politik einsetzt.
          Eltern gefordert: Der Bildungsfortschritt vieler Kinder hängt in Pandemiezeiten vom Einsatz von Mama und Papa ab.

          Lernen in der Pandemie : So retten wir die Schüler

          Corona hält eine ganze Generation vom Lernen ab – und bedroht ihre späteren Einkommenschancen. Noch lässt sich der Schaden wettmachen. Doch es muss sich systemisch sofort etwas ändern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.