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Erfolg von Krisenszenarien : Wir sehnen uns nach Dystopien

„Diese Horrorszenarien sind Mahnungen, Warnungen zur Umkehr“ Bild: dpa

„Ein Buch wird nicht schlecht, weil es sich auf eine Serie bezieht.“ Ein Gespräch mit der Wissenschaftlerin Caroline Rosenthal über den neuen Erfolg von Margaret Atwoods „Report der Magd“ und das Serienpotenzial seines Nachfolgers.

          4 Min.

          Frau Rosenthal, Sie haben in Kanada die Aufregung um Margaret Atwoods Fortsetzung des „Report der Magd“-Stoffs verfolgt, der als Fernsehserie groß ankam. Die Erwartung einer neuen Dystopie war groß. Am Ende waren die Leser von „Die Zeuginnen“ enttäuscht. Warum?

          Elena Witzeck

          Redakteurin im Feuilleton.

          Alle haben darauf gewartet haben, dass Atwood noch einmal auf den Punkt bringt, was patriarchale Herrschaft, Populismus, Fanatismus und Umweltzerstörung bewirken können, und dass sie Antworten liefert. Nach der Wahl von Donald Trump war der „Report der Magd“ wieder auf den Bestsellerlisten, die Fernsehserie des Streamingdienstes Hulu, die jetzt im Fernsehen zu sehen ist, wurde ein riesiger Erfolg – und Atwoods Magd zur Symbolfigur: In ihrer Tracht demonstrieren Menschen gegen die Beschneidung der Rechte von Frauen. Die Fans hatten gehofft, dass Atwood jetzt weitere düstere Prophezeiungen liefern würde.

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