https://www.faz.net/-gqz-9v43l

Cambridge Analytica : Manipulierte Wähler weltweit

Veröffentlichte über 100 000 interne Unterlagen: Brittany Kaiser, die ehemalige Leiterin der Abteilung Entwicklung bei Cambrigde Analytica Bild: AFP

Gehackte Demokratie? Eine ehemalige Mitarbeiterin der Datenanalysefirma Cambridge Analytica hat Dokumente veröffentlicht, die belegen sollen, dass das Unternehmen weltweit im großen Stil Wahlen beeinflusst hat.

          1 Min.

          Der Skandal um die Wahlbeeinflussung mithilfe der nunmehr berüchtigt gewordenen amerikanischen Analysefirma Cambridge Analytica, Tochter der mittlerweile insolventen britischen SLC Group, hat neue Dimensionen angenommen. Seit dem 2. Januar veröffentlicht der Twitter-Account @HindsightFiles („Hindsight“ lässt sich mit „späte Einsicht“ übersetzen) Dokumente, die Gesprächsprotokolle, E-Mails, Projektdokumentationen und Studien beinhalten und zeigen sollen, dass die Firma in gezielte Wahlmanipulationen in 68 Ländern verstrickt gewesen sein soll. Es soll sich um mehr als 100 000 Dateien handeln.

          Axel Weidemann

          Redakteur im Feuilleton.

          Unter dem Hashtag #Hindsightis2020 lautet der erste Tweet: „Die Datenanalysefirma SCL Group hat ihren Betrieb inmitten eines Skandals eingestellt, nachdem die umfangreiche Datenmanipulation ihrer Tochtergesellschaft Cambridge Analytica im Schatten weltweiter Wahlen infrage gestellte wurde. Um zu verhindern, dass Dokumente beschlagnahmt werden können, ging das Unternehmen bankrott. Es ist Zeit, die Dokumente zu veröffentlichen.“

          Bislang wurden Dossiers zu Brasilien, Kenia, Malaysia, Iran und dem ehemaligen nationalen Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, John Bolton, veröffentlicht. Die britischen Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass die Unterlagen von Brittany Kaiser stammten, einer ehemaligen Mitarbeiterin von Cambridge Analytica. Kaiser habe sich entschieden an die Öffentlichkeit zu gehen, nachdem Boris Johnson die Wahl zum Premierminister für sich entschieden hatte. Kaiser sagt, die Dokumente gingen weit über das hinaus, „was die Leute über den Cambridge-Analytica-Scandal zu wissen glauben“.

          Weitere Themen

          Italienisches Eigentor

          FAZ Plus Artikel: Sprachtests für Fußballer : Italienisches Eigentor

          Luis Suárez stand kurz vor einem Wechsel zu Juventus Turin. Nur einen Sprachtest musste der uruguayische Stürmer zuvor noch absolvieren. Dann funkten die italienischen Behörden dazwischen – mit peinlichen Folgen für die Universität, den italienischen Verein und den Spieler.

          Patienten als Devisenbringer

          Fernsehfilm „Kranke Geschäfte“ : Patienten als Devisenbringer

          Urs Eggers letzter Film „Kranke Geschäfte“ handelt von Medikamentenversuchen in der untergehenden DDR. Die Geschichte ist gut recherchiert und skandalisiert nicht. Durch Corona kommt eine besondere Dimension hinzu.

          Topmeldungen

          Pandemie in der Luft: Eine Flugbegleiterin auf einem Flug von Kairo nach Scharm al Scheich

          Reisewarnungen wegen Corona : Wie wird eine Region zum Risikogebiet?

          Das Auswärtige Amt tüftelt an den neuen Regeln für Reisen während der Corona-Pandemie. Einige Warnungen könnten wegfallen. Aber das ist kein Grund für allzu große Freude mit Blick auf Herbst- und Winterferien.
          Ein Foto Alexej Nawalnyjs mit seiner Frau Julia, das der russische Oppositionspolitiker am 25. September auf Instagram postete.

          Fall Nawalnyj : Der Kreml verstrickt sich in Widersprüche

          Die russische Regierung macht unterschiedliche Angaben zum Fall Nawalnyj. Dabei hat Präsident Wladimir Putin die Vergiftung mit Nowitschok nun bestätigt – indirekt.

          Klimastreik in Frankfurt : „Die Normalität ist pervers“

          Fridays for Future will sich breiter aufstellen: Mit anderen Gruppen demonstrieren die Klimaschützer nun als „intersektionales Bündnis“ gegen Kapitalismus, Kolonialismus, Rassismus und Sexismus.
          Luis Suárez feiert 2019 sein Tor beim Spiel Barcelona gegen Dortmund.

          Sprachtests für Fußballer : Italienisches Eigentor

          Luis Suárez stand kurz vor einem Wechsel zu Juventus Turin. Nur einen Sprachtest musste der uruguayische Stürmer zuvor noch absolvieren. Dann funkten die italienischen Behörden dazwischen – mit peinlichen Folgen für die Universität, den italienischen Verein und den Spieler.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.