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Verhafteter Journalist : Bundesregierung will Freilassung von Deniz Yücel

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Der Journalist Deniz Yücel hat sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft. Bild: dpa

Die Bundesregierung setzt sich für die Freilassung des in der Türkei festgenommenen „Welt“-Journalisten Deniz Yücel ein. Hundertfünfzig Bundestagsabgeordnete schreiben einen Brief. Er ist unmissverständlich.

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          Die Bundesregierung misst dem Fall des in der Türkei festgenommenen „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel nach eigenen Worten höchste Bedeutung zu und setzt sich für eine rasche Freilassung des Journalisten ein. Der Fall werde „nicht einfacher und leichter dadurch, dass man ihn weiter in die Länge zieht“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Die Bundesregierung habe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Yücel seine journalistische Tätigkeit in irgendeiner Weise missbraucht habe. „Wir hoffen und erwarten, dass eine Entscheidung durch die zuständigen türkischen Justizbehörden gefällt wird, die dem Rechnung trägt, „und zwar so schnell wie möglich.“

          Es gebe keinen Grund, weshalb Yücel noch nicht von der Staatsanwaltschaft vernommen wurde, was für den Fortgang des Verfahrens entscheidend ist. Deniz Yücel wird seit zehn Tagen von der türkischen Polizei festgehalten. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das deutsche PEN-Zentrum und Reporter ohne Grenzen hatten die Bundesregierung in einer Petition zu einem entschiedenen Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei aufgerufen.

          Zudem haben mehr als 150 Bundestagsabgeordnete an den türkischen Botschafter appelliert, sich für eine rasche Freilassung Deniz Yücels einzusetzen. „Wir wenden uns an Sie aus Sorge um die deutsch-türkische Freundschaft und das Verfahren gegen den Journalisten“, heißt es in einem offenen Brief an Ali Kemal Aydin, aus dem die „Neue Osnabrücker Zeitung“ am Freitag zitierte.

          In dem Brief heißt es demnach mit Blick auf Yücel: „Wie es bei jedem freien Journalisten und kritischen Geist der Fall ist, erregt seine Arbeit Anstoß. Es ist der Anstoß des freien Denkens und der offenen politischen Debatte.“ Diese Debatte sei „das beste Mittel gegen den Terrorismus, der ihm jetzt anscheinend vorgeworfen wird“. Und weiter: „Wir plädieren daher dringend an Sie, sich für die schnelle Freilassung von Deniz Yücel einzusetzen und ihm und seinen KollegInnen die freie Arbeit zu ermöglichen.“ Die Initiative zu dem Schreiben kam von den Parlamentariern Niels Annen (SPD) und Omid Nouripour (Grüne).

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