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Land unter: Die Game-Förderung will dafür sorgen, dass es deutschen Videospielentwicklern nicht geht wie Kay, der Protagonistin aus „Sea of Solitude“ (Jo-Mei-Games). Bild: EA

Förderung der Games-Branche : Upgrade für die deutschen Spieleentwickler

Die Bundesregierung stellt der Computerspiel-Industrie in diesem Jahr erstmals hohe Fördergelder zur Verfügung. Aber wie geht es danach weiter? Ein Ge­spräch mit Fe­lix Falk, Ge­schäfts­füh­rer des Ver­bandes der deut­schen Ga­mes-Bran­che.

          Die Bundesregierung will die deutsche Computerspielentwickler in diesem Jahr mit 50 Millionen Euro fördern. Warum werden Computerspiele gefördert?

          Im Moment haben wir die Situation, dass die Entwicklung von Computerspielen in Deutschland bis zu dreißig Prozent teurer ist als beispielsweise in Frankreich, Großbritannien oder Kanada. Wenn ich als Computerspielentwickler in Baden-Württemberg für meine Spieleentwicklung 30 Prozent mehr bezahlen muss als wenn ich 50 Kilometer weiter in Frankreich sitze, dann bremst das die Entwicklung. Um das zu ändern, können bestimmte Entwicklungskosten, ganz besonders Personalkosten, die den Großteil der Entwicklungskosten ausmachen, gefördert werden. Der Fond sieht vor, dass Projekte von kleineren Entwicklern mit bis zu 50 Prozent gefördert werden können und diese Förderquote bis auf einen Wert von 25 Prozent bei richtig großen Produktionen sinkt. Dadurch können die Entwicklungskosten entsprechend auf ein Niveau gebracht werden, das mit anderen Standorten vergleichbar ist.

          Im Haushalt für 2020 tauchen diese Mittel überraschenderweise nicht auf. Was bedeutet das für den Erfolg des Projekts?

          Das ist für uns auch noch unklar. Es gab aus vielen Richtungen ein klares Bekenntnis für die langfristige Förderung der Games-Branche in Deutschland. Daher ist es irritierend, dass die Bundesregierung die Fördermittel nicht auch in den Haushalt schreibt. Die Förderung wird ja nicht komplett in Frage gestellt, denn das Förderbudget kann auch über das parlamentarische Verfahren noch kommen. Aber die Bundesregierung hat hier die Chance verpasst, ein ganz klares Signal zu setzen.

          Warum ist dieses Signal für die Branche so wichtig?

          Es herrscht Verunsicherung. Die Bundesregierung muss jetzt klar machen, dass nicht das ganze Projekt in Frage gestellt wird.

          Wie realistisch ist es, dass die Förderung noch nachträglich im parlamentarischen Verfahren eingeführt wird?

          Alles andere wäre irrwitzig. Man kann nicht eine Förderung auf die Beine stellen, die ja im Herbst überhaupt erst anläuft, um sie dann zwei Monate später gleich wieder abzuschaffen. Das würde die Konzeption und die Bekenntnisse der Bundesregierung generell in Frage stellen. Deswegen bin ich überzeugt, dass das im parlamentarischen Verfahren noch korrigiert wird, was auf Ebene der Bundesregierung misslungen ist.

          Game-Geschäftsführer Felix Falk

          Wie ist die bisherige Resonanz auf das Förderangebot?

          Die Resonanz ist groß. Es gibt viele die sagen, dass sie die Förderung auf jeden Fall in Anspruch nehmen, wenn ihnen das ermöglicht wird. Wir sehen das sowohl in der Pilotphase, bei der eine ganze Menge Anträge eingehen, als auch bei der sogenannten Interessensbekundung für das größere Förderprogramm ab Herbst beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Im Ministerium hat man sich überlegt, mit einer so genannten De-minimis-Förderung anzufangen, das heißt 200000 Euro Förderung innerhalb von drei Jahren. Diese muss im Vergleich zu höheren Beträgen nicht EU-notifiziert werden. So konnten wir bereits Anfang Juni loslegen bis es dann langfristig eine automatisierte, umfassende Games-Förderung gibt, die auch für höhere Budgets funktioniert.

          Was heißt denn EU-Notifizierung und wozu braucht es die?

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