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Buchpreisgewinner im Fernsehen : Ein Autor wird verfilmt und wehrt sich

  • Aktualisiert am

Uwe Tellkamp mit seinem begehrten und umstrittenen Roman Bild: Julia Zimmermann

Zwei Siegerromane des deutschen Buchpreises, Julia Francks „Die Mittagsfrau“ und Uwe Tellkamps „Der Turm“, werden vom MDR und vom WDR verfilmt. Pikanterweise geht Tellkamp zeitgleich gegen einen Plagiatsvorwurf im MDR vor.

          Die beiden Romane, die 2007 und 2008 den vom Börsenverein vergebenen Deutschen Buchpreis gewonnen haben - „Die Mittagsfrau“ von Julia Franck und „Der Turm“ von Uwe Tellkamp -, werden für das Fernsehen verfilmt. Der Produzent Nico Hofmann hatte sich im vergangenen Jahr mit seiner Firma Teamworx die Rechte gesichert. Nun hat er die ausstrahlenden Sender gefunden: Beide Filme laufen bei der ARD, Produktionspartner sind der Westdeutsche Rundfunk und der Mitteldeutsche Rundfunk. Mit dem WDR setzt Hofmann „Die Mittagsfrau“ in Szene, mit dem WDR Uwe Tellkamps Bestseller und Introspektive der untergehenden DDR.

          Das Drehbuch zu Julia Francks Roman schreibt der preisgekrönte Autor und Regisseur Michael Gutmann, der zuletzt die Verfilmung der Autobiographie von Marcel-Reich-Ranicki verfasst hatte („Mein Leben - Marcel Reich-Ranicki“) und als Autor für den „Krabat“-Film nach Otfried Preußler verantwortlich zeichnete. Julia Franck ist in die Drehbucharbeit, wie es heißt, „eng eingebunden“. Für „Der Turm“ schreibt Thomas Kirchner („Das Wunder von Berlin“, „Mord am Meer“, „Vom Glück nur ein Schatten“) das Drehbuch. Das Drehkonzept soll Uwe Tellkamp als „äußerst positiv“ bewerten. Produzieren wird Nico Hofmann die Filme mit Benjamin Benedict („Die Mittagsfrau“) und Christian Granderath („Der Turm“). Es wird noch geprüft, ob die Filme auch im Kino laufen sollen.

          Tellkamp weist Plagiatsvorwurf zurück

          Pikant ist, dass Uwe Tellkamp zugleich gegen Plagiatsvorwürfe vorgeht, die von dem gleichfalls in Dresden lebenden Schriftsteller Jens Wonneberger gegen ihn erhoben wurden - im MDR. Der 1960 geborene Wonneberger hatte am 2.Januar in der Rundfunksendung „Sachsenspiegel“ des Mitteldeutschen Rundfunks behauptet, einzelne Passagen aus einem eigenen Buch in Tellkamps Erfolgsroman „Der Turm“ wiedergefunden zu haben. Es handelt sich dabei um Szenen, die zu DDR-Zeiten in einem Dresdner Antiquariat spielen. Tellkamp weist diesen Vorwurf zurück. Über seinen Anwalt hat er den MDR aufgefordert, im Programm eine persönliche Erklärung verlesen zu lassen, die Wonnebergers Behauptung entkräften soll. Der Sender prüft diese Forderung derzeit. Wonneberger wiederum teilt mit, seinerseits auf rechtliche Schritte gegen Tellkamp wegen etwaigen Plagiats zu verzichten.

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