Britischer Geheimdienst : GCHQ plant Rufmord im Netz
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Die Zentrale des britischen Geheimdienstes GCHQ Bild: dpa
Fehlinformationen, Sexfallen, gezielte Rufschädigung: Die Methoden, mit denen der britische Geheimdienst die Kommunikation im Internet manipulieren will, sind nicht zimperlich. Auch Unverdächtige sind im Visier der Agenten.
Der britische Geheimdienst GCGQ infiltriert das Internet offenbar gezielt mit rufschädigenden und manipulativen Informationen. Das deckt die neue Enthüllungsplattform „The Intercept“ von Glenn Greenwald auf. Das Onlineportal, das der Investigativjournalist vor wenigen Wochen mit der Finanzhilfe des amerikanischen Milliardärs Pierre Omidyar startete, bedient sich dabei aus dem Archiv der Snowden-Dokumente, die sich in Greenwalds Besitz befinden.
Die Mittel der systematischen Rufschädigung gehen aus Dokumenten hervor, die die „Joint Threat Research Intelligence Group“ (JTRIG) der NSA und der „Fünf Augen“-Allianz vorgelegt hat. Unter dem Titel „Kunst der Täuschung“ berichtet eines dieser Dokumente detailliert über Praktiken, mit denen Netzwerke und Blogs zu überwachen und mit Falschinformationen die Stimmung im Netz zielgerichtet zu manipulieren sind.
Methoden der Rufschädigung
Zu den konkreten Methoden gehört es diesen Dokumenten zufolge, Personen mit Sexangeboten in kompromittierende Situationen zu locken (Honigfalle), Falschinformationen unter ihrem Namen im Netz zu publizieren oder Mails an Freunde und Kollegen unter ihrer Identität zu verschicken. Eine weitere Taktik besteht darin, sich auf Foren als Opfer einer Person auszugeben, deren Ruf man schädigen möchte.
Zu den Zielen des GCHQ gehören laut Greenwald auch die Hacker der Anonymous-Gruppe, gegen die der Geheimdienst mit DDoS-Attacken vorgeht. Daneben setze die JTRIG Methoden der sozialwissenschaftlichen Forschung ein, um erwünschte Ergebnisse im Internet zu erzielen.
Greenwald spricht von einer breitflächigen Diskreditierung der Netzkommunikation. Zumal diese Methoden auch gegen Personen verwendet würden, die nicht unter kriminellem Verdacht stehen und keinerlei Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen. Das Bewusstsein einer weiteren Grenzverschiebung geht laut Greenwald klar aus den Dokumenten hervor.