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Enthüllungsreporter verurteilt : Falscher Scheich auf Tauchstation

Auch auf dem Weg ins Gericht wollte er unerkannt bleiben, als Scheich erschien er allerdings nicht: Mazher Mahmood. Bild: Reuters

Der britische Reporter Mazher Mahmood brüstete sich damit, er sei der „König der verdeckten Recherche“. Er lockte gerne Prominente in die Falle. Jetzt ist er als Betrüger verurteilt worden.

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          Der Enthüllungsreporter Mazher Mahmood, der sich brüstete, der „König der verdeckten Recherche zu sein“, ist vor Gericht als Betrüger entlarvt worden. Die Jury befand ihn und seinen Fahrer für schuldig, in dem Verfahren gegen die Sängerin Tulisa Contostavlos Beweismaterial gefälscht zu haben. Mahmood hatte sich als Bollywood-Produzent ausgegeben und versucht, sie mit dem Köder einer Filmrolle an der Seite Leonardo di Caprios dazu zu verleiten, Kokain zu beschaffen.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Die Sängerin kam aufgrund Mahmoods Enthüllungsgeschichte in der „Sun on Sunday“ 2014 vor Gericht. Der Richter wies die Klage jedoch ab, weil anzunehmen sei, dass Mahmood gelogen habe. Dieser Verdacht wurde jetzt im Strafprozess gegen ihn bestätigt.

          Er ist seit dreißig Jahren getarnt unterwegs

          Seine Verurteilung wegen Justizbehinderung beendet nicht nur eine fast dreißig Jahre währende Karriere als berühmt-berüchtigter Investigativ-Journalist. Nach Ansicht von Anwälten drohen seinem Arbeitgeber News UK, der zu Rupert Murdochs Medienimperium zählt, nun Klagen der Opfer Mahmoods auf Entschädigung von achthundert Millionen Pfund.

          Mahmood lockte in vielerlei Tarnung, darunter die eines Scheichs, Prominente in die Falle. Zu den Geschädigten zählten Sophie Wessex, die Schwiegertochter der Königin, der Fußballtrainer Sven-Göran Eriksson sowie Sarah Ferguson, die ehemalige Schwiegertochter der Königin. Mahmood wurde zwei Mal als Reporter des Jahres ausgezeichnet, obwohl sein Vorgehen wie seine Glaubwürdigkeit wiederholt in Frage standen. Mahmood prahlte damit, er habe mehr als 250 strafrechtliche Verfolgungen erwirkt. Die Zahl der wegen mangelnder Beweise eingestellten Ermittlungen verschwieg er. Die Stelle zur Überprüfung von Strafurteilen untersucht zurzeit sechs Fälle, die auf Mahmoods Recherchen beruhten. Es wird damit gerechnet, dass weitere Prüfungen folgen.

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