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Wende im Fall Strache? : Neue Passage aus dem „Ibiza-Video“ aufgetaucht

Szenen aus dem „Ibiza-Video“, das von „Spiegel“ und „Süddeutscher Zeitung“ veröffentlicht wurde. Bild: dpa

Aus dem berühmten „Ibiza-Video“, das in Österreich die Regierung von ÖVP und FPÖ zu Fall brachte, ist ein neuer Passus aufgetaucht. Damit sieht sich der einstige FPÖ-Chef Strache entlastet. Die Journalisten, die das Video seinerzeit brachten, sehen das anders.

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          In der sogenannten „Ibiza-Affäre“, die im Mai vor einem Jahr zum Bruch der österreichischen Regierungskoalition von ÖVP und FPÖ führte, gibt es eine neue Wendung. Die Tageszeitung „Österreich“ hat eine 31 Seiten umfassende Transkription des Videos veröffentlicht, in dem die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte über mögliche Politgeschäfte sprechen.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Anders als es in dem kurzen Ausschnitt scheint, den der „Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ seinerzeit veröffentlichten, weist Strache hier direkte Geldzahlungen an sich persönlich oder seine Partei zurück. Er selbst und sein Anwalt sehen den nun bekanntgewordenen Abschnitt des Videos als Entlastung. Die an der Veröffentlichung beteiligten Journalisten hingegen geben an, sie hätten auf die nun publizierten Aussagen verwiesen, am Gesamteindruck ändere sich nichts.

          In dem jetzt verschriftlicht publizierten Ausschnitt des Videos ist von 270 Millionen Euro die Rede, welche die vermeintliche Oligarchen-Nicht, die sich Aljona Makarova nennt, angeblich investieren will. Der Privatdetektiv, der den beiden FPÖ-Politikern im Juli 2017, kurz vor der Europawahl, die Falle in einer Finca auf Ibiza stellte und das gesamte Gespräch heimlich aufnahm, will dazu von Heinz-Christian Strache einen klaren Satz hören: „Schau, sie will hören: Ich bring 270 Millionen, innerhalb von so und so viel Zeitraum bekomme ich das zurück, und ihr bekommt’s das.“

          „Ich will ruhig schlafen“

          Der von der Zeitung „Österreich“ veröffentlichten Transkription zufolge sagt Strache daraufhin: „Ja, aber das spielt’s nicht.“ An einer anderen Stelle sagt er: „No way, mach ich nicht. Und bei mir nur gerade Geschichten, ganz gerade Geschichten“. Und: „Ich hab es daher nicht notwendig, bei mir gibt's nichts Angreifbares, die können mich durchleuchten was sie wollen, sie finden nichts, weil ich mir nichts zuschulden kommen lasse, was es da gibt. Der größte Fehler wäre, einmal anders zu handeln. So, die anderen machen's, die anderen machen's, sollen sie machen.“ Weiter heißt es in einer Passage, in der zuvor von in Osteuropa angeblich üblichen Korruptionspraktiken die Rede ist: „Nein, nein. Aber jetzt sind wir ehrlich. Mit jedem anderen Scheiß machst du dich angreifbar, und ich will nicht angreifbar sein. Ich will ruhig schlafen. Ich will in der Früh aufstehen und sagen: Ich bin sauber.“

          Der Zusammenhang, über den Strache, Gudenus, der sich als Vermittler ausgebende Privatdetektiv und die angebliche Oligarchen-Nichte reden, bleibt in der nun bekanntgewordenen Gesprächspassage aber unverkennbar: Es geht um mögliche Investitionen, für welche die FPÖ, so sie an der Regierung sei, der Russin den Boden bereite und die Frage, was die Partei dafür im Gegenzug erwarte. Genauestens dekliniert wird zum Beispiel, dass die vermeintliche Investorin die Mehrheit an der „Kronen-Zeitung“ übernehmen und dort für eine FPÖ-freundliche Berichterstattung sorgen könnte. Die Rede ist unter anderem von einem „Ampelsystem“, mit dem die politische Ausrichtung von Journalisten (rot, grün, gelb) ausgewiesen werden könnte. Eine Privatisierung der Wasserversorgung in Österreich lehnt Strache in dem Gespräch hingegen ab.  

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