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Nach Missbrauchsskandal : BR-Rundfunkratschef Prälat Wolf lässt Amt ruhen

  • Aktualisiert am

Prälat Lorenz Wolf. Bild: KNA

Der Vorsitzende des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks, Prälat Lorenz Wolf, setzt in seinem Amt aus. Ihm werden in dem Gutachten zu Missbrauchsfällen in Erzbistum München und Freising schwere Vorwürfe gemacht.

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          Der Vorsitzende des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks, Prälat Lorenz Wolf, lässt sein Amt vorerst ruhen. Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, sagte, Wolf – der Offizial des Erzbistums München und Freising – habe ihm mitgeteilt, „dass er alle seine Ämter und Aufgaben ruhen lassen will“.

          Damit hat das Münchner Missbrauchsgutachten zu einer ersten vorläufigen personellen Konsequenz geführt. Wolf gilt mit seinen vielen Ämtern und Aufgaben als einer der mächtigsten leitenden katholischen Kirchenmänner in Bayern. Marx sagte, er habe Wolf, der in dem vor einer Woche vorgestellten Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) stark kritisiert worden sei, geschrieben. Dieser habe geantwortet, er werde „zu gegebener Zeit Stellung nehmen“. Der Erzbischof sagte, er sei damit einverstanden, dass Wolf seine Ämter bis dahin ruhen lasse.

          Die Geschäftsstelle des BR-Rundfunkrates teilte auf Anfrage mit, Wolf habe „bereits bis auf Weiteres“ den Vorsitz an seinen Stellvertreter übergeben. Die nächste Sitzung des Gremiums am 3. Februar soll Godehard Ruppert leiten. Der Präsident der Virtuellen Hochschule Bayern sitzt als Vertreter der bayerischen Hochschulen in dem Gremium.

          Lorenz Wolf steht seit Tagen öffentlich in der Kritik. Das Gutachten der Münchner Kanzlei hatte ihn schwer belastet. Er soll wesentlich dazu beigetragen haben, schwere Missbrauchsdelikte zu vertuschen und zu verharmlosen. Wolf ist als Offizial höchster Kirchenrichter im Erzbistum, zudem ist er seit 2009 Leiter des Katholischen Büros Bayern. In dieser Funktion ist er Bindeglied der katholischen Kirche zur Staatsregierung, zum Bayerischen Landtag sowie zu Verbänden und Einrichtungen aus Wirtschaft und Gesellschaft.

          Mehrere Mitglieder des BR-Rundfunkrats hatten Wolfs Rücktritt gefordert, etwa der medienpolitische Sprecher der bayerischen FDP-Landtagsfraktion, Helmut Markwort. Wolf habe sich durch seine Vertuschungsarbeit für die Arbeit im Rundfunkrat disqualifiziert, sagte der frühere „Focus“-Chefredakteur: „Ihm fehlen der notwendige Charakter und die Glaubwürdigkeit, die die Gebührenzahler verlangen können.“ Wolf hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, die gegen ihn in dem Gutachten der Kanzlei WSW erhoben werden. Der Theologe und Jurist ist neben seiner Funktion als Offizial des Erzbistums und Leiter des Katholischen Büros Bayern auch Katholischer Schulkommissar im Freistaat, Domdekan in München sowie Mitglied der ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz, des Kuratoriums der Münchner Hochschule für Philosophie und des Beirats der Akademie für politische Bildung in Tutzing.

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