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Satire-Affäre : Böhmermann nimmt sich eine Auszeit

  • Aktualisiert am

Jan Böhmermann nimmt sich eine Auszeit Bild: dpa

Schluss mit lustig: Nachdem sein Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten zum Fall für die Gerichte geworden ist, kündigt der Satiriker Jan Böhmermann eine Fernsehpause an.

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          Jan Böhmermann hat auf Facebook eine Auszeit von seiner Satiresendung “Neo Magazin Royale“ angekündigt. Er werde eine „kleine Fernsehpause“ einlegen, schreibt der Moderator am Tag nach der Entscheidung der Bundesregierung, ein Strafverfahren gegen ihn wegen Beleidigung des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan zuzulassen. Man möge sich, fügt Böhmermann ironisch hinzu, wieder auf die wirklich wichtigen Themen wie „Katzenvideos und das Liebesleben von Sophia Thomalla“ konzentrieren. Wie lange sich Böhmermann von den Bildschirmen verabschieden will, geht aus dem Beitrag nicht hervor. Schon die letzten beiden Sendungen seines Magazins waren ausgefallen.

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          Grundlage der Ermittlungen gegen den ZDF-Moderator ist der Paragraf 103 des Strafgesetzbuches, nach dem die Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts mit bis zu drei oder fünf Jahren Gefängnis geahndet werden kann. Die Türkei hatte wegen eines Schmähgedichts von Böhmermann auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan förmlich eine Strafverfolgung verlangt.

          In seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ am 31. März hatte Böhmermann Erdogan in einem Schmähgedicht unter anderem als „sackdoof, feige und verklemmt“ bezeichnet. Der türkische Präsident hat daraufhin neben dem Ersuchen einer Strafverfolgung nach Paragraf 103 persönlich Strafantrag wegen Beleidigung nach Paragraf 185 des Strafgesetzbuchs gestellt.

          Außerdem verlangt Erdogan über einen deutschen Anwalt zivilrechtlich eine Unterlassungserklärung von Böhmermann, die dieser aber ablehnt. Das ZDF hatte den Beitrag aus seiner Mediathek entfernt, dem Satiriker für den Prozess aber seine Unterstützung zugesichert.

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