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Umbruch bei „Bild“-Zeitung : „Focus“-Chef Schneider heuert als „Bild“-Chefredakteur an

Als das Bild aufgenommen wurde, ging er gerade zu „Focus“, nun landet er als Chefredakteur bei „Bild“: Robert Schneider. Bild: Focus

An der Spitze der „Bild“-Zeitung gibt es einen großen Wechsel. Der Vorsitzende der Chefredaktion Johannes Boie holt Robert Schneider vom „Focus“. Für zwei andere Chefs sieht es dem Vernehmen nach schlecht aus.

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          In der Chefredaktion der „Bild“-Zeitung gibt es einen Umbruch. Aus einer Dreierspitze wird ein Duo. Johannes Boie bleibt Vorsitzender der Chefredaktion, an seine Seite tritt als „Bild“-Chefredakteur Robert Schneider, der zurzeit die Redaktion des Burda-Magazins „Focus“ leitet. Schneider wird an Boie, der ihn geholt haben soll, berichten. Die beiden wiederum berichten an den Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner. Alexandra Würzbach, Chefredakteurin der „Bild am Sonntag“ und Claus Strunz, Chef von „Bild Live“ – so die Spekulation –, scheiden aus. Ein Sprecher sagte auf Anfrage, dass man Personal-Spekulationen nicht kommentiere.

          „Bild TV“ so gut wie dicht gemacht

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Das ist ein Schnitt, mit dem man nach den vergangenen Tagen fast rechnen konnte. „Bild“ hat seinen Fernsehableger „Bild TV“ so gut wie dicht gemacht, die Liveberichterstattung wird fast ganz eingestellt, 80 Mitarbeiter verlieren ihren Job. „Bild TV“ war ein Steckenpferd des früheren Chefredakteurs Julian Reichelt, der sich dort in der Rolle des Volkstribuns inszenierte, als der er nun auf seinem Youtube-Kanal „Achtung, Reichelt!“ erscheint. „Bild TV“ war im August 2021 gestartet, wenige Wochen später war Reichelt seinen Job los, wegen „Machtmissbrauchs“.

          An seine Stelle trat Johannes Boie, der kein gelernter Boulevardmann ist, sondern Kulturjournalist. Er sollte für ein deutlich anderes Betriebsklima sorgen, was ihm dem Vernehmen nach auch gelang. Als Mann fürs Gröbere empfahl er sich nicht, der Part könnte nun Robert Schneider zufallen, dessen Karriere bei Springer begann. Er war bei „Bild“, B.Z. und der „Bild am Sonntag“, 2011 ging er als Chefredakteur zu Burdas „Superillu“ und dann 2016 zu „Focus“. Mit dem kolportierten Abgang von Alexandra Würzbach und Claus Strunz gingen indes bei Springer zwei Karrieren zu Ende, die vor Jahrzehnten begannen und sie in führende Positionen brachten.

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