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„Bild“-Schlappe vor EU-Gericht : Kachelmann-Foto bleibt unter Verschluss

  • Aktualisiert am

Bekam auch vor dem Europäischen Gerichtshof Recht: Jörg Kachelmann. Bild: dpa

Die „Bild“-Zeitung darf ein Foto von Jörg Kachelmann, das ihn im Gefängnis zeigt, nicht mehr verwenden. Das bestätigte nun in allerletzter Instanz der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

          Ein 2010 aufgenommenes Foto des damals inhaftierten Fernsehmoderators und Wetterexperten Jörg Kachelmann ist zu Recht verboten worden. Die von deutschen Gerichten getroffene Entscheidung gegen eine weitere Veröffentlichung und Verbreitung des Bildes sei keine unzulässige Verletzung der Meinungsfreiheit, urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg. Er wies damit die Klagen der „Bild“-Zeitung und des Springer-Verlags als unzulässig ab. (Az.: 62721/13 und 62741/13).

          „Bild“ hatte im Juli 2010 in der Printausgabe und online ein Foto von Kachelmann gezeigt. Darauf war der Untersuchungshäftling, dem damals Vergewaltigung vorgeworfen und der später freigesprochen wurde, mit nacktem Oberkörper im Kreise von Mitgefangenen im Gefängnishof zu sehen. Kachelmann klagte gegen das Foto und bekam vom Kölner Landgericht und Kölner Oberlandesgericht recht. „Bild“ und der Springer-Verlag durften das Foto nicht weiter veröffentlichen oder verbreiten und mussten Kachelmann eine „moderate“ Summe an Anwaltskosten erstatten, wie der Menschenrechtsgerichtshof befand. Beim Bundesverfassungsgericht scheiterten „Bild“ und Springer ebenfalls. Die Entscheidung des EGMR ist abschließend.

          Kachelmann war im März 2010 aufgrund einer Aussage einer ehemaligen Geliebten wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verhaftet worden. 2011 wurde er vom Landgericht Mannheim freigesprochen. Im September 2016 sprach das Frankfurter Oberlandesgericht Kachelmann Schadenersatz von seiner Ex-Geliebten zu, weil diese ihn „vorsätzlich, wahrheitswidrig der Vergewaltigung“ bezichtigt habe. Strafrechtliche Ermittlungen gegen die Frau stellte die Staatsanwaltschaft Mannheim im September 2017 ein. Die Gerichtsurteile ließen keine „ohne weiteres tragfähigen Schlüsse“ über den ursprünglichen Hergang des Geschehens zu, hieß es zur Begründung.

          Nach seinem Freispruch führte Kachelmann zahlreiche Prozesse, unter anderem gegen den Springer-Konzern. Dem Moderator wurden dabei hohe Schadensersatzzahlungen zugesprochen.

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