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Internes Verfahren bei „Bild“ : Wie verhält sich Julian Reichelt?

  • Aktualisiert am

Auf dem Prüfstand: „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt. Bild: EPA

Nach außen hin führt der Chefredakteur der „Bild“ sein Blatt aggressiv. Nun muss er sich intern Vorwürfen zu seinem Umgang mit Mitarbeitern stellen. Reichelt bestreitet ein Fehlverhalten. Vorstandschef Mathias Döpfner meldet sich zu Wort.

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          Der Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, Julian Reichelt, muss sich zurzeit einem Compliance-Fall stellen. Bis zu ein Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Springer-Verlags erheben Vorwürfe gegen ihn. Dabei geht es um seine Vorgesetztenrolle, um angebliches Mobbing und Reichelts Verhalten gegenüber Kolleginnen, um „Machtmissbrauch und die Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen“, wie der „Spiegel“ schreibt, der die Angelegenheit publik machte.

          Bei Axel Springer wollte man sich auf Anfrage der F.A.Z. nicht äußern. Man kommentiere interne Personalvorgänge nicht, das gelte auch in diesem Fall.

          Dass man die Prüfung von Reichelts Verhalten und die Vorwürfe, die zum Teil Jahre zurückreichen, nicht auf die leichte Schulter nimmt, zeigt sich daran, dass der Chief Compliance Officer mit der Sache betraut und die Anwaltskanzlei Freshfields angeheuert worden ist. Julian Reichelt hat intern sowohl Gegner als auch Unterstützer. Nach außen hin führt der Chefredakteur die „Bild“-Zeitung mit einem aggressiven Kurs, besonders mit Blick auf die Corona-Politik der Bundesregierung.

          Der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer, Mathias Döpfner, und der für den Bereich „News“ zuständige Vorstand Jan Bayer haben sich nach Informationen des „Spiegel“ mit einer Erklärung an die Mitarbeiter gewendet, in der es heiße, Julian Reichelt bestreite die Vorwürfe. Man werde den Sachverhalt zügig und sorgfältig aufklären. Um eine unabhängige Aufklärung sicherzustellen, habe man externe Experten hinzugezogen. Die Untersuchung sei im Gange, es gelte die Unschuldsvermutung. Man wolle Transparenz und dafür sorgen, dass jeder „ohne Angst auf mögliche Missstände und Fehlverhalten hinweisen kann. Wir werden aber keine Form der Vorverurteilung zulassen“, zitiert der „Spiegel“.

          In der Redaktionskonferenz am Morgen habe Julian Reichelt den Kollegen und Kolleginnen gesagt: „Der Vorwurf stimmt nicht.“ Er gehe mit erhobenem Kopf durch diese Prüfung. Alles, was er je getan habe, habe er „für diesen Laden getan und für die Leute hier“.

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