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Besuch im „Space Camp“ : Endlich Astronautin, immerhin für einen Tag

  • -Aktualisiert am

Neulich beim Außentermin: Am Eingang empfängt die Besucher ein echtes Space Shuttle. Bild: Nina Rehfeld

Der National Geographic Channel stellt eine neue Dokuserie vor: „Unser Kosmos“. Die Pressekonferenz verläuft etwas anders als üblich. Diesmal soll jeder um sich selbst kreisen - im „Space Camp“ Alabama.

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          Space Shuttle, hier Mission Control. Sie sind zur Landung freigegeben“, quäkt es aus den Kopfhörern im Cockpit. „Fertig zur Auslösung des Fallschirms!“, ruft mir der Kommandant zu. Aber irgendetwas stimmt nicht. Die Landebahn vorm Fenster rückt aus dem Blickfeld, dann kracht es. „Oh, shit!“, stößt der Kommandant hervor. Ich nicke und blicke zur Cockpittür, durch die Moriah Coxen ihren Wuschelkopf steckt. „Crashlandung“, sagt unsere Astronautentrainerin im „Space Camp“ und grinst. „Aber besser als gestern. Da hat jemand mit dem Shuttle die Internationale Raumstation zerstört.“

          Dass es gar nicht so einfach ist, ein Space Shuttle zu manövrieren, ist keine Überraschung. Aber dass man es in Huntsville, Alabama zumindest mal ausprobieren kann, zählt zu den Highlights des „Space Camp“, eines von der Alabama Space Science Exhibit Commission betriebenen Zentrums, in dem Moriah und ihr Kollege Nathan „Shaggy“ Carter Möchtegern-Astronauten zwischen neun und neunundneunzig Jahren trainieren - und das auf ziemlich hohem Niveau. Verschiedene Module der ISS sind hier in einer abgedunkelten Halle nachgebaut, dazu gibt es einen riesigen Wassertank, in dem man die Schwerelosigkeit erproben kann, und Simulatoren. Die Pilotenkanzel ist einem echten Shuttle-Cockpit nachempfunden.

          Pressekonferenz auf dem Abenteuerspielplatz

          An diesem Tag haben Moriah und Shaggy sechzehn Journalisten unter ihren Fittichen. Der National Geographic Channel befand, das Space Camp sei die richtige Umgebung, um die Dokuserie „Unser Kosmos - Die Reise geht weiter“ vorzustellen, den Nachfolger der Serie, mit der Carl Sagan amerikanische Zuschauer 1980 durch das Universum führte. Bei uns läuft „Unser Kosmos“ sonntags um 14 Uhr auf dem National Geographic Channel bei Sky.

          Moriah verteilt blaue Pilotenoveralls mit Nasa-Emblem, wie man sie im Kino schon an coolen Typen wie Sam Shepard oder Tom Cruise gesehen hat. So ausstaffiert, marschieren wir zum Mission Center Complex, dort werden die Rollen für die Shuttle-Mission verteilt: Ingenieur, Wissenschaftler, Flight Controller, Kommandant - und Pilot. Das bin ich.

          Das Space Camp ist ein großer Abenteuerspielplatz: ein Erlebnis-Museum, das besonders junge Leute für Technik und Raumfahrt begeistern will. 27 000 Kinder und Jugendliche haben das Programm im vergangenen Jahr absolviert, aber auch Erwachsene kommen, allein, mit Firmengruppen, mit Freunden. Am Eingang empfängt die Besucher ein echtes Space Shuttle, zehn Meter über dem Hof aufgebockt.

          Einführung in die Raketentechnik

          Hinter dem Hauptgebäude ragen sieben Raketen in den Himmel - darunter eine Saturn 1. Entworfen wurde sie von dem Team um den deutschen Physiker Wernher von Braun, der als Direktor des Nasa Space Flight Center in den sechziger Jahren auch die Idee zum Space Camp hatte. 1982 wurde es ins Leben gerufen. Kinder lernen hier die Prinzipien der Raumfahrt kennen, sie üben verschiedene Situationen, etwa Schwerelosigkeit und Desorientierung, wie sie auch Astronauten erfahren - und dann absolvieren sie eine Shuttle-Mission.

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