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Weltberühmt durch Knollennasen : Zeichner Mordillo gestorben

  • Aktualisiert am

Stadionatmosphäre: Mordillo im März 2015 in einer Ausstellung seiner Werke in Krems Bild: Picture-Alliance

Am Anfang waren Grußkarten, später belieferten seine charakteristischen weißen Knollennasen eine regelrechte Industrie: Im Alter von 86 Jahren ist der Zeichner Mordillo gestorben.

          Guillermo Mordillo ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das bestätigte die Agentur des Zeichners am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Amsterdam. Mordillo war für seine Figuren mit Knollennasen berühmt.

          Der argentinische Zeichner und Cartoonist wurde am 4. August 1932 als Sohn spanischer Emigranten in Villa Pueyerredon in Buenos Aires geboren. Sein Vater war Elektriker, seine Mutter Hausangestellte. Schon früh entwickelte Mordillo zwei Leidenschaften, Fußball und Zeichnen. Die Schule für Journalismus, die er schließlich besuchte, verließ er mit einem Diplom in Design.

          1950 begann er, Kinderbücher zu illustrieren, zwei Jahre später befasste er sich erstmals mit Trickfilmen, 1955 wurde er Art Director bei einer internationalen Werbeagentur in der peruanischen Hauptstadt Lima. Auf ersten Grußkarten, die er zu zeichnen begann, tummelten sich bald jene glubschäugigen, knollennasigen Männlein und Weiblein, die später zu seinem Markenzeichen werden sollten.

          Eine regelrechte Mordillo-Industrie

          Nach fünfjähriger Tätigkeit in Lima ging Mordillo für drei Jahre nach New York, wo er in den Paramount Trickfilmstudios arbeitete. 1963 zog er schließlich – Berichten zufolge mit nur 150 Dollar in der Tasche und ohne die geringsten Französisch-Kenntnisse – nach Paris, wo er die nächsten siebzehn Jahre leben und arbeiten sollte. Eigentlich wollte er weiter nach London, um dort seine Mappe mit humoristischen Karten vorzustellen, sprach aber in einem Augenblicksentschluss bei einem französischen Verlag vor und wurde sofort eingestellt. Hier entwickelte er auch die Idee, seine Zeichnungen in Zeitungscartoons zu verarbeiten.

          Nach drei Jahren Verlagstätigkeit bot er 1966 seine Bildergeschichten verschiedenen Zeitschriften an, „Paris match“ und „Lui“ reagierten positiv. Seine Cartoon-Sammlung „Das Piratenschiff“ brachte ihm Anfang der siebziger Jahre auch den Durchbruch auf dem Buchmarkt. Bald entwickelte sich eine regelrechte Mordillo-Industrie mit Büchern, Trickfilmen, Postern, Bildkarten, Puzzles, Kalendern, Schreibwaren, Spielkarten, T-Shirts und anderer Sportkleidung sowie seinen Figuren nachempfundenen Plüschtieren. Hauptverlag seiner Bücher ist die französische Editions Glénat.

          Mit seinen Knollenwesen, zu denen auch Giraffen, Elefanten und Kühe zählen, hat Mordillo dabei eine universelle Bildsprache gefunden, die gleichermaßen in Europa, Asien oder Afrika gelesen und verstanden wird. Geschlechtsspezifische Unterschiede der Nasenmenschen sind nur angedeutet. Die Frauen haben etwas mehr und längere Haare als die Männer, und unter der Nasenknolle sind zwei weitere Knollen als weibliches Erkennungsmerkmal gezeichnet. Sie haben keinerlei persönliche Charakterisierung, sind immer klein und bleiben auch vor sorgfältig elaborierten farbigen Hintergründen immer weiß, dabei nackt, es sei denn, Mordillo hat ihnen für bestimmte Rollen ein entsprechendes Gewand gegeben.

          Die Themen seiner Bildgeschichten sind dabei allzu menschlich, sie erzählen von Abenteuer, Liebe, Einsamkeit und Zweisamkeit. In der naiven Zielstrebigkeit seiner Figuren scheint, allen gezeichneten Widrigkeiten zum Trotz, immer ein Hoffnungsschimmer durch. Dabei ist es vor allem die Einsamkeit, gegen die er anzeichnete, und sein Humor ist eine Art von „Zärtlichkeit, die hilft, Angst zu überwinden“.

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