https://www.faz.net/-gqz-a1tz2

Wirecard-Skandal als Film : Kriminelles Königsdrama

  • Aktualisiert am

Tief gefallen: Wirecard aus Aschheim bei München Bild: dpa

Die „Content Alliance“ von Bertelsmann spielt den Wirecard-Skandal groß auf. Es gibt ein Doku-Drama, eine Serie und einen Podcast. Damit will die RTL-Gruppe vor allem ihr Streamingportal TV Now nach vorne bringen.

          2 Min.

          Auf einen solchen Fall hat die „Content Alliance“ von Bertelsmann wohl gewartet: Das im vergangenen Jahr geschmiedete Kreativbündnis, zu dem die RTL-Gruppe, die Produktionsfirma Ufa, der Verlag Random House, die Bertelsmann Music Group und Gruner + Jahr gehören, bringt den Wirecard-Skandal groß raus. Die Ufa produziert ein neunzigminütiges Dokudrama. Regie führt Raymond Ley, als Produzenten zeichnen der Ufa-Chef Nico Hofmann und Marc Lepetit verantwortlich. Laufen soll der Film im ersten Quartal des kommenden Jahres bei TV Now, dem Streamingportal der Mediengruppe RTL Deutschland.

          Der Film solle Umstände und Hintergründe des in Deutschland einzigartigen Finanzskandals beleuchten, heißt es bei der Bertelsmann Content Alliance. Es werde um das Unternehmen und dessen Manager gehen, den flüchtigen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, den früheren Vorstandschef Markus Braun und den Finanzchef Alexander von Knoop. Wer wusste was?

          Das Konzept des Wirecard-Doku-Dramas stammt von Raymond und Hannah Ley, von Georg Meck, Ressortleiter Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und von Bettina Weiguny, Autorin der F.A.S. Neben dem Film soll es ein Serienformat von sechsmal fünfundvierzig Minuten geben, produziert von der Ufa Fiction. Die Bertelsmann Audio Alliance entwickelt einen True-Crime-Podcast mit mehreren Folgen, der auf Audio Now abrufbar sein soll.

          Der Fall Wirecard sei „Wirtschaftskrimi und Drama in einem“, meint der RTL-Geschäftsführer Stephan Schäfer. Er erfordere „die ganze Kraft journalistischer Recherche“, weil vieles noch im Dunkeln liege. Es habe nahegelegen, den Stoff auf verschiedenen Kanälen aufzubereiten, wie sie die Content Alliance bespiele. Als „ein Drama unter Königen“ erscheint dem Ufa-Vorstandschef Nico Hofmann der Fall Wirecard, „zwischen gerissener Kriminalität und Technikgläubigkeit“, mit gravierenden Fehlern bei der Aufsicht, politischer Blauäugigkeit, geprellten Anlegern und „Machtphantasien, die den internationalen Börsenmarkt wie einen Bürgerkrieg sehen“.

          Der Schaden des Wirecard-Skandals wird auf 3,2 Milliarden Euro geschätzt. Führende Mitarbeiter des insolventen Zahlungsanbieters sollen die Bilanzen gefälscht haben, einige Manager sitzen in Haft, die Justiz ermittelt wegen Bandenbetrug, Untreue und Marktmanipulation. Der frühere Vorstandschef Braun ist in Untersuchungshaft, der flüchtige frühere Vertriebschef Marsalek wird in Russland vermutet. Am gestrigen Mittwoch wurden Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vom Finanzausschuss des Bundestages dazu befragt, wann wer in der Regierung über den Skandal etwas wusste.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Spontane Proteste gegen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Madrid am Freitagabend.

          Corona in Spanien : Die Angst vor dem Notlazarett

          Die Infektionszahlen in der spanischen Hauptstadt explodieren und die Verwaltung weiß sich nur mit selektiven Ausgangssperren zu helfen. Das öffentliche Leben wird für einen Teil der Bevölkerung drastisch eingeschränkt.
          Der erste Streich: Gnabry nimmt Maß und trifft.

          8:0 gegen Schalke : Die Acht-Tore-Ansage

          Der FC Bayern demonstriert zum Saisonauftakt der Bundesliga seine Überlegenheit und demontiert den FC Schalke nach allen Regeln der Fußball-Kunst. Serge Gnabry trifft beim 8:0 drei Mal.
          Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

          Militärmanöver : Plant China einen Angriff auf Taiwan?

          Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.