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Bernd Burgemeister gestorben : Ein Produzent mit Hingabe und Haltung

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Bernd Burgemeister war ein Produzent, der Menschlichkeit und Professionalität auf höchster Ebene vereinte. Mit seinem Namen sind legendäre Serien wie „Timm Thaler“ oder „Silas“ verbunden. Er produzierte in Serie und doch mit Qualität. Am Samstag ist er im Alter von 63 Jahren verstorben.

          Bernd Burgemeister war ein Produzent, wie ihn man sich vorstellt. Eine Vaterfigur, freundlich, höflich, geradezu gütig in seinem Umgang, auch nach Jahrzehnten voll kindlicher Begeisterung für sein Metier, mit leuchtenden Augen konnte er von seinen Hauptdarstellern und Regisseuren sprechen. Seine Präsenz teilte sich unmittelbar mit, seine Genauigkeit im Umgang mit den Stoffen konnte man zugleich leicht erahnen. Unzählige Filme und Serien hat er für das deutsche Fernsehen gedreht. Und zugleich war er ein Macher im Hintergrund, ein Strippenzieher, der für die Belange der kleinen und der mittelständischen Produzenten in diesem Land stritt und der darunter litt, dass die kaufmännische Seite im Produktionsgeschäft die kreativen Entscheidungen zunehmend überlagert. Am Samstag ist Bernd Burgemeister bei einem Aufenthalt in Griechenland überraschend gestorben. Er wurde 63 Jahre alt.

          Aus München war der geborene Hamburger nicht wegzudenken. Hier gründete er 1978 gemeinsam mit seinem Kompagnon Claus Hardt seine eigene Produktionsgesellschaft, die TV 60 Film. 1991 wurde er Alleininhaber. In den siebziger Jahren hatte Burgemeister als freier Produktionsleiter gearbeitet, dann als Herstellungschef bei Studio Hamburg und der Polyphon, zwei Jahre lange wirkte er beim ZDF als Assistent des Programmdirektors. Mit seinem Namen verbunden sind die legendären Weihnachtsserien des ZDF wie „Timm Thaler“, „Silas“, „Jack Holborn“ oder „Anna“, aber auch Serien und Mehrteiler wie „Nicht von schlechten Eltern“, „Zwei Asse und ein König“, „Liebe und weitere Katastrophen“, „Regina auf den Stufen“, „Deutschlandlied“ oder die Serie „Anwalt Abel“ mit Günther Maria Halmer.

          Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit

          Im Portfolio der TV 60 finden sich aber auch anspruchsvolle Dokumentationen wie „Das Schwert des Islam“ und „Der Ritt auf dem Drachen“ von Peter Scholl-Latour. Zugleich steuerte Burgemeister, dessen Sohn Sven die Geschicke der Firma inzwischen maßgeblich leitet, immer wieder Fernsehfilme bei, die Ernsthaftigkeit mit einer scheinbar spielerischen Leichtigkeit zu verbinden wussten, wie „Das Finale“, „Der Weihnachtswolf“, „Der Mann von nebenan“, „Ghettokids“, „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ und „Marias letze Reise“. Mit der Serie „Das Duo“ mit Charlotte Schwab und Lisa Martinek in den Hauptrollen ist die TV 60 im aktuellen Samstagsserienangebot des ZDF vertreten. In Kooperation mit den Kollegen Gloria Burkert und Andreas Bareiss entstanden zuletzt die Filme „Der Mörder meines Vaters“, „Eine Stadt wird erpresst“ von dem Regisseur Dominik Graf sowie der „Polizeiruf 110 - Er sollte tot“. Im Kino war Burgemeister unter anderem mit „Anna Ballerina“, „Tafelspitz“ und „Die Stunde des Lichts“ mit Joachim Krol und als Koproduzent von Oskar Röhlers „Der alte Affe Angst“ vertreten. Bernd Burgemeister lieferte als Produzent in einzigartiger Weise mit Preisen bedachte Qualität und Vielseitigkeit in Serie.

          Er sei einer der ganz Großen seiner Zunft gewesen, menschlich und professionell ein Vorbild, sagt der Produzent Nico Hofmann, der als Regisseur seinen ersten Film („Der Vorleser“) bei Burgemeister verwirklichte. Bis zuletzt wirkte Bernd Burgemeister als Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Fernsehproduzenten, der in diesem Frühjahr in der Allianz Deutscher Produzenten aufgegangen ist. Er war auf der Höhe seines Schaffens und hatte mit seinem Sohn Sven sein Haus schon bestellt. Die deutsche Produzentenlandschaft verliert mit ihm einen der letzten großen unabhängigen Köpfe.

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