https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/bericht-ueber-moegliche-fusion-ard-dementiert-reform-geheimplaene-14544292.html

Bericht über mögliche Fusion : ARD dementiert Reform-Geheimpläne

  • Aktualisiert am

Die derzeitige ARD-Vorsitzende, MDR-Intendantin Karola Wille. Bild: dpa

Gibt es bald nur noch vier statt neun Landesrundfunkanstalten? Die „Bild“-Zeitung meldet, die ARD wolle Anstalten aus Kostengründen zusammenlegen. Die ARD nennt diese Behauptung „blanker Unsinn“.

          1 Min.

          Die ARD erwägt nach Informationen der „Bild“-Zeitung einen tiefgreifenden Umbau und die Zusammenlegung mehrerer Rundfunkanstalten. Eine von den Ministerpräsidenten eingesetzte Arbeitsgruppe befürworte die Bündelung der bisherigen ARD-Sender zu vier größeren Anstalten, berichtete die Zeitung. Den Plänen zufolge könnte es dann jeweils eine Anstalt Süd, Nord, West und Ost geben.

          Wer mit wem im einzelnen fusioniert werden solle, sei noch offen, berichtete „Bild“. Sicher wäre nur, dass Radio Bremen einer ARD-Nord mit dem NDR zugeschlagen würde; der RBB aus Berlin und Brandenburg würde Teil einer ARD Ost mit dem MDR werden.

          Reformpläne ja, Totalumbau nein

          „Wir stehen vor einem tiefgreifenden Reformprozess“, hatte die amtierende ARD-Chefin und MDR-Intendantin Karola Wille zuvor angeblich gesagt. „Wir müssen sehen, wie der ARD-Verbund weiter zusammen wachsen kann.“ Wille sprach vom „größten Reformprogramm“ in der Geschichte der ARD. Die Sendergruppe werde sich verändern, weil sie sich verändern müsse. Wille sagte laut „Bild“, dass es für den Reformprozess entsprechende rundfunkrechtliche und kartellrechtliche Regelungen geben müsse und die Unterstützung der Politik brauche.

          Die ARD erklärte, richtig sei, dass die Intendantinnen und Intendanten auf ihrer Sitzung in München beschlossen hatten, „einen Reformprozess einzuleiten, der in den Bereichen Produktion, Verwaltung, Technik und Programmerstellung Prozesse und Strukturen im Senderverbund optimiert“. Doch von einer Zusammenlegung und diesen Geheimplänen ist keine Rede. „Ziel ist, die Vielfalt der ARD zu erhalten und zu stärken, um weiter der verlässliche Qualitätsanbieter in der Gesellschaft zu sein. Dazu hat die ARD eine Projektstruktur geschaffen, die von Reinhard Binder, Juristischer Direktor beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), geleitet wird.“ Binder hatte vor 13 Jahren die Fusion der beiden Sender ORB und SFB zum Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) gemanagt. Erste Ergebnisse der Projektgruppe sollten bis September 2017 vorgestellt werden.

          ARD-Mitglieder

          Derzeit besteht die ARD aus neun Landesrundfunkanstalten. In der Vergangenheit kam es bereits zu Zusammenschlüssen:

          • Bayerischer Rundfunk
          • Hessischer Rundfunk
          • Mitteldeutscher Rundfunk
          • Norddeutscher Rundfunk
          • Radio Bremen
          • Rundfunk Berlin-Brandenburg (entstanden 2003 aus der Fusion von SFB und ORB)
          • Saarländischer Rundfunk
          • Südwestrundfunk (entstanden 1998 aus der Fusion von SDR und SWF)
          • Westdeutscher Rundfunk

          Mitglied der ARD ist außerdem der aus Steuergeldern finanzierte Auslandssender Deutsche Welle.

          Weitere Themen

          Raus aus der Routine

          Medienpolitik der Länder 2023 : Raus aus der Routine

          Die Bundesländer sind willens, 2023 zum Jahr einer echten Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu machen. Staatskanzleichef Nathanael Liminski spricht vom „Annus mirabilis“. Was heißt das genau?

          Topmeldungen

          Am vergangenen Wochenende demonstrierten in London Anhänger des schottischen Selbstidentifikations-Regelung für Trans-Rechte.

          Debatte über Transrechte : Vergewaltiger im Frauengefängnis

          Die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon ist im Streit um Transrechte in die Defensive geraten. Nachdem ein Vergewaltiger in ein Frauengefängnis sollte, beugte sie sich jetzt Protesten.
          Bernard Arnault (vierter von links) im Kreise der Familie

          Wer leitet künftig LVMH? : Der Schatz der Arnaults

          Der reichste Mann der Welt hätte allen Grund, sich zur Ruhe zu setzen – tut es aber nicht. Seine Nachfolgeplanung bleibt ein wohlbehütetes Geheimnis.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.