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Medienpolitik in Israel : Netanjahu macht es wie Trump

Aus einer Wahlniederlage zog der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Lehre: „Ich brauche meine eigenen Medien.“ Bild: dpa

Das Verhältnis zwischen Israels Ministerpräsident und der Presse ist zerrüttet: „Fake News“-Vorwürfe und keine Interviews. Jetzt geht auch noch „Likud TV“ an den Start, mit Hofberichterstattung.

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          In Israel ist vor ein paar Tagen ein neuer Sender aufgetaucht. Fortan, so die Selbstbeschreibung, werde die Öffentlichkeit mit „wahren Fakten, ungefiltert durch die manipulativen Medien“ versorgt. Der Sender heißt „Likud TV“, das Studio befindet sich in der Zentrale der Regierungspartei, und das erste große Interview führte der aus dem israelischen „Big Brother“ bekannte Moderator Eliraz Sade. Gast: Benjamin Netanjahu. Ziel: das „Fake“ aus den „News“ zu werfen.

          Jochen Stahnke
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Der Ministerpräsident hat längst seine eigenen Medien, über die er seine Wähler erreicht: Die auflagenstärkste Zeitung des Landes gehört dazu, die sozialen Medien und zumindest bis zuletzt Einfluss auf eines der meistgelesenen Nachrichtenportale. Den Leitmedien des Landes hingegen gibt Netanjahu seit Jahren keine Interviews mehr. Benjamin Netanjahu ist einer der medienaffinsten, medienerfahrensten und besten Redner der politischen Welt. Seine Erfahrung reicht über Jahrzehnte, aber eine einst gute Beziehung ist dem Hass gewichen: oftmals nur kalkulierter, manchmal aber auch echter Hass.

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