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Medien über Ostdeutschland : Wer am lautesten kräht, bekommt die Aufmerksamkeit

  • -Aktualisiert am

Auch über die Medien wird das Bild über Ostdeutschland beeinflusst. Hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk eine größere Verantwortung als andere Medien? Bild: Picture-Alliance

Warum es wichtig ist, wie wir mit den Biographien der Menschen im Osten umgehen und was die Öffentlich-Rechtlichen damit zu tun haben: Ein Gespräch mit Benjamin-Immanuel Hoff, dem Chef der Thüringer Staatskanzlei.

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          In Sachsen und Thüringen hat die AfD zugelegt. Hätte eine stärkere Berücksichtigung ostdeutscher Interessen und Themen in den Medien diese Entwicklung verhindern können?

          Nein, ich glaube, dass uns schon die Wahrnehmung von Medien zeigt, dass sie keine Wahlen entscheiden können. Sie können zu einer Grundtonalität beitragen, aber die Wahlentscheidungen werden immer noch am Küchentisch oder in der Familie getroffen, nicht durch mediale Berichterstattung. Aber wir merken, dass der Osten innerhalb der Medienlandschaft über viele Jahre hinweg oft nur in einer Weise berücksichtigt worden ist, die nicht dazu beigetragen hat, die tatsächlichen Problemlagen gut zu beschreiben. Wenn Kevin Kühnert, der Juso-Bundesvorsitzende, sagt, die politische Debatte zu Ostdeutschland erinnere ihn an das „Gaffertum“ bei einem Autounfall, dann ist es ein sehr beschreibendes Bild: Alle schauen betroffen und fahren dennoch weiter. Ich glaube, wenn 59 Prozent der von Infratest dimap Befragten in Brandenburg und 66 Prozent in Sachsen sagen, sie finden, die Ostdeutschen werden wie Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse behandelt, dann ist das ein strukturelles Problem der vergangenen dreißig Jahre. Das hat wenig mit der aktuellen Berichterstattung zu tun.

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