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Jürgen Klopp und der BVB : Nix sprechen deutsch

In die englische Liga wechselt er vielleicht, seinen Abgang in Dortmund verkündet er aber lieber in deutscher Sprache: Jürgen Klopp Bild: dpa

Was macht ein englischer Reporter, der von Jürgen Klopps Abgang bei Borussia Dortmund live berichten soll und kein Deutsch versteht? Er macht das Beste daraus und beweist, was englischer Humor ist: Ben Bloom vom „Daily Telegraph“ hat nun ganz viele Fans.

          Anders als die französische Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem meint, haben Fremdsprachenkenntnisse etwas für sich. Bisweilen sogar Deutsch-Kenntnisse. Bisweilen sogar für Reporter. Ben Bloom, Sport-Berichterstatter des „Daily Telegraph“, kann ein Lied davon singen.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Ihm war es nämlich aufgegeben, für seine Zeitung live von der Pressekonferenz von Borussia Dortmund zu berichten, auf der Jürgen Klopp seinen Abschied als Trainer des BVB zum 1. Juli erläuterte. Das bekam Bloom zwar mit, die Einzelheiten aber mussten ihm verborgen bleiben, da es die Borussia in der Hektik des Tages versäumt hatte, für eine Übersetzung ins Englische zu sorgen.

          Um 12.34 Uhr am Mittwoch ist Bloom in seinem Blog noch voller Vorfreude und berichtet, Klopp habe Platz genommen – „to face the media“. Doch schon drei Minuten später hat der Reporter ein Problem: „Wir haben da eine kleine Komplikation… sie sprechen Deutsch und meine Mittelstufenkenntnisse darin sind keine große Hilfe.“ Der „Kerl“, der gerade spreche, wahrscheinlich „irgendein Chief Executive von Dortmund oder so“, klinge, „als ob jemand gestorben sei“, schreibt Bloom. Der Typ habe gerade „phantastisch“ gesagt – auf Klopps Abgang könne sich das wohl nicht beziehen.

          12.39 Uhr: Ben Bloom lässt seiner Verzweiflung freien Lauf: „Warum kann ich nicht Deutsch sprechen ???????“ 12.41 Uhr: „Ich würde Ihnen liebend gern mitteilen, was Klopp sagt. Er sagt eine Menge. Aber ich verstehe überhaupt nichts davon. Deshalb ist hier ein Bild, das zeigt, wie er sich ein Glas Wasser einschüttet.“

          „Es ist vorbei?“

          So geht es weiter und geht es fort, bis 13.05 Uhr. Da ist die Pressekonferenz um: „Es ist vorbei! Was? Das habe ich nicht erwartet. Sie haben danke gesagt, sind aufgestanden und gegangen. Was um Himmels Willen mache ich jetzt? Ich habe keinem einzigen Leser weitergeholfen und sie sind schon gegangen!!!“

          Tja, was hat Ben Bloom daraus gemacht? Das Beste. Beste Unterhaltung (die wichtigste Info haben auch bei ihm alle mitbekommen). Und die beste Werbung für seine Zeitung. Und für Fremdsprachenkenntnisse. Reaktionen bekam er zuhauf, Fans hat er nun reichlich.

          Vielleicht sollte sich Najat Vallaud-Belkacem, die den Deutsch-Unterricht an französischen Schulen massiv reduzieren will, weil sie ihn für zu „elitär“ hält, diese schöne Live-Berichterstattung einmal ansehen. Falls sie der englischen Sprache nicht mächtig ist, hilft ihr bestimmt ein Übersetzer.

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