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Belästigungsvorwürfe : Kinderbuchautor Jay Asher aus Schriftsteller-Vereinigung verwiesen

  • Aktualisiert am

Jay Asher bei der Premiere von „13 Reasons Why“ in Los Angeles. Bild: Picture-Alliance

Wegen anonymer Belästigungsvorwürfe musste der Kinderbuchautor Jay Asher im vergangenen Jahr die „Society of Children’s Book Writers“ verlassen. Der Vorfall wird erst jetzt bekannt. Asher zufolge war es anders.

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          Gegen den amerikanischen Bestsellerautor Jay Asher sind Vorwürfe wegen sexueller Belästigung laut geworden. Asher wurde aus der Schriftsteller-Vereinigung „Society of Children's Book Writers“ ausgewiesen, wie die New York Times am Montag berichtete.

          Der Autor von „13 Reasons Why“, Vorlage der gleichnamigen Netflix-Serie, die in Deutschland unter dem Namen „Tote Mädchen lügen nicht“ läuft, wurde bereits im vergangenen Jahr aus der Organisation ausgeschlossen. Im Zuge der Berichterstattung über „MeToo“ geriet die Entscheidung ins Interesse der Öffentlichkeit. Ashers Name tauchte laut New York Times zuletzt in der Kommentarspalte eines Artikels über sexueller Belästigung im Verlagswesen auf, den die Fachzeitschrift „School Library Journal“ im Januar veröffentlicht hatte. Die Online-Plattform „BuzzFeed“ berichtet von anonymen Beschwerde-Emails an die Geschäftsführung der Vereinigung, die Autoren und Illustratoren von Kinder- und Jugendbüchern unterstützt.

          David Diaz, Illustrator der Bücher „Me, Frida“, „Smoky Night“ und „The Little Scarecrow Boy“, wurde ebenfalls der Organisation verwiesen. Geschäftsführerin Lin Oliver sagte der Nachrichtenagentur Associated Press am Montag, Asher und Diaz hätten gegen den Verhaltenskodex der Autorenvereinigung verstoßen. Die Vorwürfe seien geprüft worden. Asher und Diaz würden nicht mehr zu Veranstaltungen der „Society of Children's Book Writers“ eingeladen.

          Gegenüber  BuzzFeed erklärte Asher, er habe die Vereinigung freiwillig verlassen. Vor seinem Ausscheiden habe man ihm noch versichert, dass nichts gegen ihn vorläge. Er sei selbst jahrelang von „diesen Leuten“ belästigt worden. „Es ist beängstigend, zu wissen, dass die Leute dir nicht glauben, sobald du den Mund öffnest“, so Asher. 

          Die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“  über ein Highschool-Schülerin, die Selbstmord begeht, hatte auch wegen ihrer Darstellung von Angriffen und Belästigungen unter Jugendlichen viel Aufmerksamkeit erregt. In diesem Jahr soll auf Netflix eine neue Staffel erscheinen.

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