https://www.faz.net/-gqz-972it

Belästigungsvorwürfe : Kinderbuchautor Jay Asher aus Schriftsteller-Vereinigung verwiesen

  • Aktualisiert am

Jay Asher bei der Premiere von „13 Reasons Why“ in Los Angeles. Bild: Picture-Alliance

Wegen anonymer Belästigungsvorwürfe musste der Kinderbuchautor Jay Asher im vergangenen Jahr die „Society of Children’s Book Writers“ verlassen. Der Vorfall wird erst jetzt bekannt. Asher zufolge war es anders.

          Gegen den amerikanischen Bestsellerautor Jay Asher sind Vorwürfe wegen sexueller Belästigung laut geworden. Asher wurde aus der Schriftsteller-Vereinigung „Society of Children's Book Writers“ ausgewiesen, wie die New York Times am Montag berichtete.

          Der Autor von „13 Reasons Why“, Vorlage der gleichnamigen Netflix-Serie, die in Deutschland unter dem Namen „Tote Mädchen lügen nicht“ läuft, wurde bereits im vergangenen Jahr aus der Organisation ausgeschlossen. Im Zuge der Berichterstattung über „MeToo“ geriet die Entscheidung ins Interesse der Öffentlichkeit. Ashers Name tauchte laut New York Times zuletzt in der Kommentarspalte eines Artikels über sexueller Belästigung im Verlagswesen auf, den die Fachzeitschrift „School Library Journal“ im Januar veröffentlicht hatte. Die Online-Plattform „BuzzFeed“ berichtet von anonymen Beschwerde-Emails an die Geschäftsführung der Vereinigung, die Autoren und Illustratoren von Kinder- und Jugendbüchern unterstützt.

          David Diaz, Illustrator der Bücher „Me, Frida“, „Smoky Night“ und „The Little Scarecrow Boy“, wurde ebenfalls der Organisation verwiesen. Geschäftsführerin Lin Oliver sagte der Nachrichtenagentur Associated Press am Montag, Asher und Diaz hätten gegen den Verhaltenskodex der Autorenvereinigung verstoßen. Die Vorwürfe seien geprüft worden. Asher und Diaz würden nicht mehr zu Veranstaltungen der „Society of Children's Book Writers“ eingeladen.

          Gegenüber  BuzzFeed erklärte Asher, er habe die Vereinigung freiwillig verlassen. Vor seinem Ausscheiden habe man ihm noch versichert, dass nichts gegen ihn vorläge. Er sei selbst jahrelang von „diesen Leuten“ belästigt worden. „Es ist beängstigend, zu wissen, dass die Leute dir nicht glauben, sobald du den Mund öffnest“, so Asher. 

          Die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“  über ein Highschool-Schülerin, die Selbstmord begeht, hatte auch wegen ihrer Darstellung von Angriffen und Belästigungen unter Jugendlichen viel Aufmerksamkeit erregt. In diesem Jahr soll auf Netflix eine neue Staffel erscheinen.

          Weitere Themen

          Mäßig begeistert

          Die Netflix-Serie „Dschinn“ : Mäßig begeistert

          Lampenfieber: Mit „Dschinn“ hat Netflix seine erste arabischsprachige Serie produziert. Sie verlässt sich eher auf bewährte Universalkonzepte als auf regionale Anknüpfungspunkte.

          Wer ist der Mensch hinter „Der Herr der Ringe“? Video-Seite öffnen

          Filmkritik „Tolkien“ : Wer ist der Mensch hinter „Der Herr der Ringe“?

          Im Biopic „Tolkien“ erfährt der Zuschauer, woher der Schöpfer von „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ seine Ideen für die weltbekannten Mittelerde-Romane nahm. Tilman Spreckelsen hat den Film bereits gesehen – und ist nicht ganz überzeugt.

          Topmeldungen

          Mordfall Lübcke : Die Falle der AfD

          Die AfD ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Die Krokodilstränen über den Tod eines Repräsentanten des „Systems“, das sie aus den Angeln heben will, kann sie sich sparen.
          Qatar und kein Ende: Michel Platini muss sich jetzt der französischen Justiz erklären.

          Platini verhaftet : Auch Sarkozy saß mit am Tisch

          Nach seiner Festnahme in Nanterre lässt Michel Platini erklären, er sei „völlig unbeteiligt“. Woran? Die Spur führt zu einem Lunch mit dem Emir von Qatar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.