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Chaos bei „The Intercept“ : Ein Rechercheportal zerlegt sich

  • -Aktualisiert am

Man habe ihn „zensiert“, sagte Glenn Greenwald und verließ das von ihm mitgegründete Portal „The Intercept“. Dessen Umgang mit Informanten ist fragwürdig. Bild: dpa

Mit den Enthüllungen von Edward Snowden wurde das Netzmagazin „The Intercept“ groß. Die Mitgründer Laura Poitras und Glenn Greenwald sind von Bord. Sie machen der Redaktion schwere Vorwürfe.

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          Wurde Laura Poitras von ihrem Arbeitgeber First Look Media für Kritik an dem von ihr mitgegründeten Enthüllungsmagazin „The Intercept“ gefeuert, dessen Eigner First Look Media ist? In einem kürzlich veröffentlichten Brief behauptet die Dokumentarfilmerin, ihre Entlassung Ende November sei die Strafe für ihre Kritik am Versäumnis von „The Intercept“, Informanten zu schützen und den Skandal um eine aufgeflogene und im Gefängnis einsitzende Whistleblowerin aufzuklären.

          Vor dreieinhalb Jahren hatte „The Intercept“ eine Geschichte über russische Hackerangriffe auf die amerikanische Präsidentenwahl von 2016 veröffentlicht. Sie stützte sich auf streng geheime Dokumente des Geheimdienstes NSA, welche eine NSA-Mitarbeiterin „Intercept“ zugespielt hatte. Zwei Tage vor Erscheinen des Artikels im Juni 2017 wurde die Informantin, eine fünfundzwanzig Jahre alte Frau namens Reality Winner, verhaftet. 2018 wurde sie zu mehr als fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Journalist von „The Intercept“ hatte die Dokumente, die Winner ausgedruckt und der Publikation zugesandt hatte, zwecks Verifizierung an die NSA geschickt – samt Postmarkierung, auf welcher der Absendeort zu erkennen war, und anderen identifizierenden Merkmalen. So flog Reality Winner auf.

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