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Bei Gefecht mit Taliban : Preisgekrönter Reuters-Fotograf in Afghanistan getötet

  • Aktualisiert am

Ein Straßenkünstler im Mumbai zeichnet ein Bild des getöteten Reuters-Fotografen Danish Siddiqui. Bild: Reuters

Bei einem Gefecht zwischen afghanischen Spezialeinheiten und Taliban in der Provinz Kandahar ist der Fotograf Danish Siddiqui getötet worden. Die Provinzverwaltung macht die Taliban dafür verantwortlich.

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          Der Reuters-Fotograf und Pulitzerpreis-Gewinner Danish Siddiqui ist bei Gefechten zwischen afghanischen Sicherheitskräften und Taliban-Kämpfern in Afghanistan ums Leben gekommen. Reuters-Präsident Michael Friedenberg und Chefredakteurin Alessandra Galloni schrieben am Freitag in einer Mitteilung: „Wir sind zutiefst traurig, zu erfahren, dass unser Fotograf Danish Siddiqui in Afghanistan getötet wurde.“ Siddiqui sei mit afghanischen Spezialeinheiten in der Provinz Kandahar in der Nähe zu Pakistan unterwegs gewesen, als diese am Freitagmorgen angegriffen worden seien. Ein Sprecher der Provinzverwaltung von Kandahar sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Fotograf sei sehr wahrscheinlich von einem Scharfschützen der Taliban erschossen worden.

          Wie gefährlich die Arbeit in der stark umkämpften Region ist, zeigte Siddiqui erst Anfang Woche auf Twitter mit Bildern und Videos. Darunter ist ein in einem fahrenden Auto aufgenommenes Video zu sehen, das zeigt, wie das Fahrzeug von Schüssen getroffen wird. In der Reuters-Mitteilung hieß es, Siddiqui sei am Freitag vor dem tödlichen Angriff bereits durch ein Geschoss am Arm verwundet worden. Er sei danach behandelt worden und auf dem Weg der Besserung gewesen.

          Siddiqui dokumentierte seit 2010 für die internationale Nachrichtenagentur Reuters mehrere große Krisen - von Kriegen in Afghanistan und dem Irak bis zu Protesten in Hongkong. 2018 war er Teil eines Fotografenteams, das den renommierten Pulitzerpreis für Fotos zur Rohingya-Flüchtlingskrise gewann. In jüngster Zeit berichtete er aus Indien, als Corona-Patienten während der heftigen zweiten Welle vor den Türen überfüllter Krankenhäuser starben und Hunderttausende Wanderarbeiter vor einem strikten Lockdown flohen. „Danish war ein hervorragender Journalist, ein hingebungsvoller Ehemann und Vater und ein sehr beliebter Kollege“, hieß es in der Reuters-Mitteilung.

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