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Bayerischer Rundfunk : Neue Männer braucht das Land

  • -Aktualisiert am

Auch im Fernsehen bald wieder vereint: Uwe Ochsenknecht und Heiner Lauterbach Bild: dpa

Der BR plant eine neue Fernsehserie mit alten Bekannten: 1985 haben sie in Doris Dörries legendärer Komödie „Männer“ gespielt. Seither standen sie nicht mehr gemeinsam vor der Kamera. Das soll sich ändern. Sie sind nun „Beste Feinde“.

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          Im Hörfunk des Bayerischen Rundfunks geht es zurzeit rund – wegen des geplanten Frequenztauschs zwischen dem Sender BR Klassik und der Jugendwelle „Puls“. Im Fernsehen laufen die Dinge hingegen eher glatt. Das hat zum Beispiel damit zu tun, dass eine Heimatserie wie „Dahoam is Dahoam“, senderintern kurz „DiD“ genannt, so erfolgreich läuft. Montags bis donnerstags ist sie am Vorabend im Bayerischen Fernsehen präsent und weist nach inzwischen 1300 Folgen einen Marktanteil von mehr als sechzehn Prozent auf. Bettina Ricklefs, die beim BR für Filme und Serien zuständig ist, zieht daraus ihre Schlüsse.

          „Bei ,Dahoam is Dahoam‘ findet noch generationenübergreifendes Fernsehen statt“, sagt sie im Gespräch mit FAZ.NET. „Von Großmutter bis Enkelkind ist die ganze Familie vor dem Fernseher versammelt.“ Deshalb denkt man beim BR nun darüber nach, die Serie von Folge eins an vormittags zu wiederholen. „Dahoam is dahoam“ sei „nicht nur mit viel Herzenswärme gemacht, es vermittelt auch ein großes Stück Authentizität“, meint Bettina Ricklefs. Für alle Probleme werde „ein liebevoller Lösungsansatz gefunden“, hinzu komme, „dass mit zunehmender Beliebtheit auch immer namhaftere Schauspieler mitspielen wollen“.

          Lauterbach und Ochsenknecht als „Beste Feinde“

          Das soll auch für die vom BR für das erste ARD-Programm produzierten Vorabendserien gelten. Da gibt es „München 7“ und „Huber & Staller“, und nun soll eine Serie für Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht entwickelt werden, die seit dem Kinofilm „Männer“ im Jahr 1985 zwar zusammen auf der Bühne, nicht aber vor der Kamera standen. „Beste Feinde“ lautet der Arbeitstitel der neuen Vorabendserie. „Lauterbach und Ochsenknecht spielen ehemalige Schulfreunde, die sich bei einem Klassentreffen wiederfinden. Die beiden prallen aufeinander, wie man unterschiedlicher nicht sein kann“, sagt Bettina Ricklefs.

          Auf einen weiteren BR-Heimatkrimi muss sie in diesem Jahr allerdings verzichten – weil es nicht genügend Finanzmittel gebe. Zwar zeige man mit Dominik Grafs „Die reichen Leichen. Ein Starnbergkrimi“ einen Heimatkrimi im Bayerischen Fernsehen, der aber sei schon 2013 entstanden. „Aber dafür“, sagt Bettina Ricklefs, „haben wir die ,Kluftinger‘- und die ,Rita Falk‘-Reihe ins Erste gebracht.“ Der mit Degeto-Gemeinschaftsgeldern der ARD produzierte „Rita Falk“-Krimi „Dampfnudelblues“ erfährt in diesem Jahr mit „Winterkartoffelknödel“ eine Fortsetzung, sie kommt 2015, nach der Kinoauswertung, ins Fernsehen. Dann, so hofft Bettina Ricklefs, gehe es mit den Heimatkrimis weiter, die Gespräche dazu laufen.

          Nach dem Mammutprojekt „24h Jerusalem“ engagiert sich der BR nun auch filmtechnisch verstärkt im Nahen Osten. Dort entstand gerade mit „Hannas Reise“ eine Kino-Koproduktion, unter der Regie von Dror Zahavi wird im Sommer die Culture-Clash-Komödie „Herbe Mischung“ fürs Fernsehen gedreht. Angetan ist Bettina Ricklefs aber auch von den Anstrengungen des BR in einem Sendebereich, der nicht für Rekordquoten steht. Mit dem Dokumentarfilmplatz am Dienstagabend sei für sie „ein Traum in Erfüllung“ gegangen, weil Dokumentationen ansonsten zunehmend stiefmütterlich behandelt würden. „Wir zeigen dort echte Schätze, regional und international.“ Einer davon, der Dokumentarfilm „Restrisiko“, erhielt gerade den Grimme-Preis.

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