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Bayerischer Rundfunk : Katja Wildermuth zur BR-Intendantin gewählt

  • Aktualisiert am

Ab 2021 Intendatin des Bayerischen Rundfunks: Katja Wildermuth Bild: obs

Erstmals von einer Frau geführt: Im Rennen um den Intendantenposten beim Bayerischen Rundfunk setzt sich Katja Wildermuth gegen Christian Vogg und Albrecht Frenzel durch.

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          Die Journalistin und Medienmanagerin Katja Wildermuth wird Intendantin des Bayerischen Rundfunks (BR). Der Rundfunkrat wählte sie am Donnerstag in das höchste Amt des öffentlich-rechtlichen Senders. Das teilte der BR am Donnerstagabend mit.

          Erstmals in ihrer Geschichte wird die ARD-Anstalt damit von einer Frau geführt. Wildermuth ist zurzeit Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) in Halle. Sie setzte sich in der Wahl gegen zwei Konkurrenten durch: BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel (54) und Christian Vogg (55), Datenmanagement-Chef des öffentlich-rechtlichen Schweizer Radios und Fernsehens (SRF).

          Wildermuth, 55 Jahre alt, bringt Erfahrungen aus verschiedenen öffentlich-rechtlichen Sendern mit. Ihre Perspektiven reichen aber darüber hinaus: So war sie zeitweise Vorstandsmitglied der Europäischen Rundfunkunion EBU in der Dokumentar-Gruppe.

          Beim MDR ist die studierte Historikerin als Programmdirektorin unter anderem für die Bereiche Kultur und Wissen sowie Angebote für Jüngere zuständig. Der MDR gilt als Vorreiter bei der trimedialen Vernetzung von TV, Radio und Online. Katja Wildermuth setzte bereits früh auf crossmediale Inhalte.

          Eine offene Unternehmenskultur sei ihr wichtig

          Aus ihrem Umfeld ist zu hören, sie habe beim strategischen Umbau der MDR-Programmdirektion Halle bewiesen, dass sie auf Kosten und Effizienz achte. Zudem stehe sie für flache Hierarchien im Unternehmen. Eine offene Unternehmenskultur sei ihr wichtig, sie selbst nahbar.

          Auch sei Bayern der künftigen Intendantin nicht fremd: Wildermuth, die verheiratet ist und zwei Kinder hat, machte dort ihr Abitur und studierte in München Deutsch, Geschichte und Sozialkunde fürs Lehramt am Gymnasium. Später promovierte sie im Hauptfach Alte Geschichte. Ein Verlags-Volontariat absolvierte sie ebenfalls in München.

          Journalistische Erfahrungen sammelte sie in den neunziger Jahren unter anderem als Autorin beim ARD Politmagazin „Fakt“. Als TV-Macherin und Managerin war sie mehrere Jahre beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) tätig. Dort war sie zwischen 2016 und 2019 Programmbereichsleiterin Kultur und Dokumentationen beim Fernsehen und verantwortlich für rund vierzig Formate, die zum Teil auch im Ersten und auf Arte zu sehen waren.

          Katja Wildermuths Amtszeit beginnt im Februar 2021. Im Juli hatte BR-Intendant Ulrich Wilhelm bekanntgemacht, dass er nach zwei Amtszeiten nicht abermals antreten will. Den Zahlen nach ist der BR unter den ARD-Landesanstalten die Nummer vier nach WDR, SWR und NDR. Für den Sender arbeiten rund 3500 fest Beschäftigte, 1700 arbeitnehmerähnliche Freie und gut 400 Gagenempfänger.

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