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Bayerischer Fernsehpreis : Ein „Blauer Panther“ für die blonde Helene

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Blond und blond gesellt sich gern: Preisträgerin Helene Fischer lauscht der Laudatio von Otto Waalkes Bild: dpa

Sie kam, sah und siegte: Auch beim Bayerischen Fernsehpreis räumt Helene Fischer kräftig ab und gewinnt für ihre ZDF-Show den „Blauen Panther“. Wohl nicht nur für die Jury ist der Schlagerstar damit „eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Show-Business“.

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          Ein Selfie mit dem Ministerpräsidenten, warum nicht? Ist ja auch irgendwie ein Schauspieler, sagen sich manche Autogrammjäger und belagern am Freitagabend vor dem Prinzregententheater in München auch Horst Seehofer, der über den roten Teppich zur Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises schreitet. Hinter ihm kommt Heiner Lauterbach mit seiner Frau Viktoria. Auch der österreichische Volksmusiker Andreas Gabalier erscheint in Lederhose, um später in der Show zu singen.

          Sie alle sind gekommen, um zu sehen, wer das Rennen um die „Blauen Panther„ gemacht hat. Nominiert ist an diesem Abend unter anderem auch Helene Fischer, die offiziell aber nicht auf der Gästeliste stand. Bis zuletzt wird gerätselt, ob die 30 Jahre alte Schlagersängerin – nominiert in der Kategorie Unterhaltung – nach München gekommen ist. Wenige Minuten nach Showbeginn ist klar: Ja, auch die blonde Helene sitzt im Theater. Sie gewinnt den Panther für ihre  „Helene-Fischer-Show“ (ZDF). Übergeben wird er vom ebenfalls blonden Otto Waalkes, der dabei ein etwas schräges Märchen über die Sängerin mit ihren goldenen Haaren vorträgt. Sie überspielt die Situation gekonnt und dankt den Menschen, die ihre Show begleiten und vorbereiten. Bevor sie wieder entschwindet, nach Düsseldorf. Die Arbeit rufe.

          Dankesrede im Handy notiert

          Auch Mario Barth hat nur einen kurzen Auftritt – per Einspieler auf der Großleinwand. Weil er gerade auf Tour sei, könne der Comedian den Panther für seine Sendung „Mario Barth deckt auf“ (RTL) nicht persönlich entgegennehmen. Umso lebendiger präsentiert sich Felicitas Woll in München, sie wird als beste Schauspielerin für ihre Rolle im Film „Die Ungehorsame“ (Sat.1) ausgezeichnet. Und sie ist sichtlich gerührt. Weil sie keinen Zettel zur Hand hatte, notierte sich die Schauspielerin ihre Dankesrede kurzerhand im Handy und trägt sie sympathisch vor. In dem Drama mimt sie eine Frau, die sich gegen Gewalt in ihrer Ehe wehrt. „Ich habe noch nie so eine Resonanz gehabt wie bei diesem Film. Das hat mich nachhaltig beeindruckt“, sagt sie. „Egal, wo ich war: Überall sind Menschen auf mich zugekommen, haben sich mir gegenüber geöffnet, mir ihre ganze Geschichte erzählt. Und haben mir geschrieben, so ehrlich, so offen, so liebevoll. Das war ganz toll“, schwärmt Woll.

          Als bester männlicher Schauspieler wird Matthias Brandt für seine Rolle in „Männertreu“ (ARD/HR) geehrt. Er bedankt sich bei seinem Taxifahrer. „Er hat durch sein geschicktes Fahren meine Teilnahme gesichert“, erzählt der 53-Jährige launig. Der Bayerische Fernsehpreis sei für ihn eine besondere Ehre, „weil Bayern auch meine künstlerische Heimat geworden ist“. Freude auch beim „Tannbach“-Team: Der ZDF-Dreiteiler erhält an diesem Abend den Sonderpreis für die Produzenten. „Wahrhaft großes Fernsehen, von dem man mehr sehen möchte“, so das Urteil der Jury.

          Weitere Blaue Panther erhalten zum Beispiel Angela Andersen und Claus Kleber als Autoren der zweiteiligen ZDF-Dokumentation „Hunger! Durst!“ und Philipp Kadelbach als bester Regisseur für den ARD-Film „Nackt unter Wölfen“. Ferdinand von Schirach und André Georgi bekommen einen Preis als Buchautor und Drehbuchautor der Erzählung und des ZDF-Films „Volksfest“.

          Am Ende ist es dann wieder Bayerns Ministerpräsident, der einen besonderen Preisträger ehren darf: den ARD-Journalisten Jörg Armbruster, der im nordsyrischen Aleppo vor rund zwei Jahren angeschossen und schwer verletzt wurde. Die Jury würdigt ihn als eines der prägenden Gesichter des deutschen Fernsehens: „Er steht für das Engagement, die Überzeugung, den Mut und die Seriosität deutscher Auslandskorrespondenten, die uns täglich die Schrecknisse dieser Welt erklären, aber auch das Unbekannte oder Skurrile näher bringen.“ Dafür erhält er von Horst Seehofer, der selbstironisch sein „gutes Verhältnis“ zu Journalisten anpreist, den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten für herausragende Leistungen im deutschen Fernsehschaffen.

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