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Bambi-Verleihung : Gold für den Mut

  • -Aktualisiert am

Bewegende Dankesworte: Tom Cruise mit dem Bambi für Courage Bild: REUTERS

Die Bambi-Preisverleihung 2007 begann schleppend, die Lichtspiele auf dem Rhein in Düsseldorf blieben dunkel. Hape Kerkeling sprach holländisch. Für das große Finale sorgte Tom Cruise.

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          Nur selten lässt sich im Fernsehen das Fernsehen selbst betrachten. Am gestrigen Abend bot die große Bambi-Gala in der ARD diese Chance. Die gegenwärtige Unentschiedenheit, wenn nicht Ambivalenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zwischen Anspruch und Quote wurde trefflich abgebildet: Von würdevoll-intelligenten Auftritten bis zu Flapsigkeiten reichte die Spanne bei der Verleihung von Deutschlands ältestem und bekanntestem Medienpreis. Wer zwischen beiden Sphären pendelte, war wieder einmal Moderator Harald Schmidt. Was immer man sich dabei gedacht hat, ihn im ersten Einspieler mit Altbiertrinkern und trommelnden Müllmännern zu zeigen, schlimmer war, dass die Aufwärm-Gags des „Top-Entertainers“ keineswegs zündeten: Wer lacht über den Satz, bei den Radfahrern habe es in diesem Jahr „zu viel böses Blut“ gegeben?

          Veronica Ferres' Preisrede auf den „leichtfüßigen Tänzer“ Armin Müller-Stahl - Träger des Schauspiel-Bambis - war so wenig dazu angetan, der Veranstaltung Format zu verleihen, wie die Würdigung der Bambi-Gewinnerin in der Kategorie TV-Serie International, Eva Longoria („Desperate Housewives“), durch Hannes Jaenicke. James Blunt beendete diese müde erste Runde mit seiner aktuellen Single „1973“. Zwar schlugen im Laufe des Abends noch weitere Muntermacher fehl - ein unbeholfener Einspieler „Rhetoriktraining“ etwa oder der von Schmidt geradezu vorgeführte „Frauenchor Erkrath“, der kaum hörbar eine Strophe von Schmidts „Danke, dass wir so prominent sind“-Gassenhauer trällern durfte -, aber doch zog das Niveau nach dem schleppenden Beginn merklich an und bot mitunter seriöse, gute Unterhaltung.

          Ältere Damen gibt es nicht

          Einen anderen Ton brachte schon Hans-Dietrich Genscher in die Sendung, der zunächst einen „Ältere Damen“-Spruch Harald Schmidts charmant korrigierte: „Ältere Damen gibt es nicht.“ Der Politiker war geladen worden, um die Laudatio auf Königin Rania von Jordanien zu halten, die einen Ehren-Bambi für ihren Einsatz für Kinder- und Frauenrechte erhielt. Die Geehrte - nicht nur Kämpferin für Humanität, studierte Ökonomin, vierfache Mutter und Königin, sondern auch noch so bildhübsch, dass selbst viele der anwesenden Schauspielerinnen dagegen verblassten - hob in ihren Dankesworten darauf ab, dass immer noch Millionen von Kindern keine Chance auf eine wirkliche Kindheit haben: „Wir sollten heute Abend auseinandergehen mit dem Entschluss, das Leben dieser Kinder sicherer zu machen“.

          Engagierte Königin: Rania von Jordanien mit Laudator Hans-Dietrich Genscher

          Dass Henry Maskes Dankesrede für seinen Comeback-Bambi wieder etwa schlichter ausfiel („Herausforderungen anzunehmen, is eigentlich so'n Fazit, was ich, wenn ich zurückgucke, ziehen kann: es lohnt sich“), darf wohl angehen, da sein Sieg über Virgil Hill beeindruckend genug war. Maske musste sich in Düsseldorf noch einmal „Time to Say Goodbye“ vorsingen lassen: Kein Comeback kann ewig dauern. Wenig spektakulär waren auch die Verleihungen des Sport-Bambis an die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen durch Günter Netzer und Johannes B. Kerner oder des Mode-Bambis an den Burberry-Chefdesigner Christopher Bailey. Letzteren vergab das Model Eva Herzigová, die in Düsseldorf auch ihren Ex-Ehemann Tico Torres antraf, Schlagzeuger der Band „Bon Jovi“, welche einen Bambi in der Kategorie Musik International erhielt.

          Katja Riemann und Matthias Schweighöfer ausgezeichnet

          Dann wurde es wieder selbstloser und mutiger. Der sich um die medizinische Versorgung schwerverletzter afghanischer Kinder kümmernde Verein „Kinder brauchen uns e.V.“, ausgezeichnet mit einem Bambi für Soziales Engagement, hätte einen weniger emotional-rührseligen Vorstellungsfilm verdient gehabt. Mit einem Sonderpreis wurde der Fernsehfilm „Contergan“ ausgezeichnet. Produzent Michael Souvignier nutzte die Aufmerksamkeit für ein mit großem Applaus bedachtes Plädoyer: Er wünsche sich, dass die Firma Grünenthal nicht länger die Filmemacher verklage, sondern endlich den Dialog mit den Contergan-Geschädigten aufnehme.

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