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EM-Berichterstattung : Einunddreißig Flugbegleiter

In den Sonnenuntergang: Mit einer solch großen Maschine sind die Sendeleute von ARD und ZDF bei der Fußball-EM selbstverständlich nicht unterwegs. Bild: dpa

Die Flüge der Sendemannschaft von ARD und ZDF zu den Spielen der deutschen Nationalelf mit dem Privatjet sollen sehr günstig sein. Doch wer fliegt mit? Was geben die Sender sonst noch aus?

          Die Flüge der Sendemannschaft von ARD und ZDF zu den Spielen der deutschen Nationalelf mit dem Privatjet seien günstig, hatte der WDR auf unsere Anfrage hin gesagt, was es mit der Flugbereitschaft auf sich habe. Wie günstig, das verriet der Sender jetzt dem „Spiegel“: Vierzehntausend Euro koste jeder Flug. Das sei die wirtschaftlichste Transportlösung gewesen, gibt der WDR an und verweist auf eingesparte Hotelübernachtungen an den Spielorten der Deutschen.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Wobei die Frage bleibt: Warum veranstalten die Sender den Reisezirkus mit 31 Mann, die am Morgen nach dem Spiel wieder vollzählig im Trainingslager von Èvian sein müssen, überhaupt? Wer ist da alles mit an Bord?

          Ungleich höher als die Kosten der Anstalts-Airways fallen derweil die Summen aus, die ARD und ZDF fortan für die Senderechte an der Fußball-Bundesliga aufwenden. Nach Informationen des „Manager Magazins“ zahlt die ARD pro Saison 134 Millionen statt bislang hundert Millionen Euro. Das ZDF ist mit 45 Millionen Euro dabei, was etwa doppelt so viel sei wie bisher. Addiert man die Mehrkosten auf vier Jahre, ist das eine Viertelmilliarde Rundfunkbeitragsgeld: Für vier Jahre beziehungsweise die Spielzeiten 2017 bis 2021 hatte der Liga-Verband DFL Anfang des Monats mit den Sendern Verträge geschlossen. Der Gesamterlös beträgt 4,64 Milliarden Euro. Den Löwenanteil des jährlichen Aufkommens von 1,16 Milliarden steuert der Abosender Sky mit 876 Millionen Euro bei. Aber es war auch klar, dass ARD und ZDF tiefer in die Tasche greifen.

          Wie tief, verraten sie bislang nicht. Aber vielleicht tun sie das ja im zweiten Anlauf wie jetzt der WDR mit den Koordinaten des Vierzehntausend-Euro-Jetstreams. Für die Rechte an den Olympischen Winter- und Sommerspielen in Südkorea und Japan, 2018 und 2020, wollen ARD und ZDF laut „Manager Magazin“ übrigens weniger zahlen, als der Rechteinhaber, der amerikanische Sendekonzern Discovery, fordert: „nur“ hundert statt der geforderten 150 Millionen Euro. Über die Flugkosten wäre dann sicher noch zu reden.

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