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Aufruhr bei „Duck Dynasty“ : Gnade für den Patriarchen

  • -Aktualisiert am

Ansichten eines Hinterwäldlers: Phil Robertson Bild: AP

Phil Robertson darf weiter den Patriarch in der amerikanischen Erfolgsserie „Duck Dynasty“ spielen. Der Schauspieler war nach schwulen- und schwarzenfeindlichen Äußerungen zunächst suspendiert worden.

          Nach einwöchiger Zwangsbeurlaubung durch den Sender A&E ist Phil Robertson, der Patriarch der Familie aus der erfolgreichen Reality-Serie „Duck Dynasty“ vom Sender begnadigt worden.
          Der Sender, der mit der Serie einen zehnprozentigen Publikumszuwachs verzeichnete, hatte Robertson vergangene Woche „unbefristet“ suspendiert, nachdem krude Bemerkungen des Siebenundsechzigjährigen über Schwule und Schwarze in einem aktuellen Interview mit dem Männermagazin „GQ“ für Empörung gesorgt hatten. Robertson hatte darin die Lage von Afroamerikanern zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung im amerikanischen Süden verharmlost und Homosexualität als abartig und gotteslästerlich dargestellt.

          Robertsons Suspendierung hatte zahlreiche Fans auf den Plan gerufen, die Petitionen für seine Rückkehr unterzeichneten und den Sender A&E der Doppelmoral beschuldigten – schließlich speist sich der Erfolg der Serie nicht zuletzt aus den politisch inkorrekten (meist vage frauenfeindlichen) Weisheiten, die die Männer des Robertson-Clans bei ihren Hinterwäldler-Abenteuer von sich geben.
          Die Rückberufung des Patriarchen begründete A&E in einem wortreichen Statement damit, dass Robertsons Äußerungen seine Privatmeinung seien und die Robertson-Familie, die „Amerika ins Herz geschlossen hat“, in der Serie wiederholt beim Gebet für Toleranz, Versöhnlichkeit und Eintracht zu sehen sei. „Diese Werte sind uns auch bei A&E wichtig“, hieß es.

          Wichtig wird dem Sender auch der Wert der Sendung gewesen sein, die zu einem enormen Hit avanciert ist. Der Robertson-Clan hatte im Zuge der Suspendierung bekannt, man könne sich eine Fortsetzung von „Duck Dynasty“ ohne den Patriarchen nicht vorstellen, und rivalisierende Sender kündigten schon an, die Erfolgsserie weiter produzieren zu wollen. Stattdessen ist nun bei „Duck Dynasty“ die Welt wieder in Ordnung – immerhin um den Preis, dass die Robertsons künftig in A&E-Werbespots für Toleranz und Akzeptanz werben sollen. Ob das die Veröffentlichung weiterer (alter) politischer Inkorrektheiten von Phil Robertson stoppen kann, die bereits durch die amerikanischen Klatschmedien geistern, bleibt abzuwarten.

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