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Aufräumen mit Marie Kondo : Macht das Spaß? Wirklich?

Alles hat seinen Platz: Marie Kondo schwört beim Aufräumen auf Boxen und ihre Falttechnik. Bild: AFP

Der neueste Trend für ein besseres Leben: Eine Japanerin erklärt auf Netflix das Aufräumen, und Menschen posten Fotos ihrer gefalteten Kleidung. Dahinter steckt mehr als der Wunsch nach Ordnung.

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          Vor ein paar Jahren zog eine Freundin mit ihrem Partner zusammen. Begeistert erzählte sie vom Aufräumbuch „dieser Japanerin“, das ihr Leben verändert habe. Eine Woche lang hatte sie all ihre Sachen aussortiert, weggeworfen und nur, „was wirklich Freude macht“, mit in die neue gemeinsame Wohnung genommen. Sie habe nun mehr Zeit, müsse nicht mehr ständig nach Dingen suchen; kurzum, sie habe endlich ihr Leben im Griff.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Diese Japanerin war Marie Kondo, und das Buch hieß „Magic Cleaning. Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“, es erschien 2014. Darin beschrieb Marie Kondo ihr Sechs-Punkte-Programm für richtiges Aufräumen und legte ihm Zeichnungen bei, wie man Sachen übersichtlich verstaut und Wäschestücke platzsparend faltet. Eine Methode, die für Japaner in engen Tokioter Apartments wie gemacht schien, die aber auch in Amerika und Europa großen Anklang fand. Seit Beginn dieses Jahres gibt es nun die zweite Kondo-Welle, denn die zierliche Frau mit den gestärkten Faltenröcken und pastellfarbenen Kaschmirjäckchen putzt nun auch auf Netflix. Die Show heißt „Aufräumen mit Marie Kondo“ und löste einen ähnlichen Hype wie damals ihr Buch aus. Etwa eine Woche nach dem Start waren ihre Spuren in den sozialen Netzwerken zu entdecken: Fotos von Wäscheschubladen mit ordentlich nach Kondo-Origami-Methode gefalteten T-Shirts und Höschen und sorgfältig gerollten Handtüchern.

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