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ARD/ZDF und die Fifa : Unser Geld für Blatter fließt weiter!

Hunderte Millionen für die Fußball-Show und das System Blatter Bild: Imago

„Wir wollen das haben“, sagt der Intendant des ZDF. Er meint das Recht, die Fußball-Weltmeisterschaften in Russland und Qatar zu zeigen. Das kostet hunderte Millionen Euro, von denen das System Blatter, von dem die Fifa lebt. Und es geht immer munter weiter.

          Am Tag seiner Wiederwahl gab es für den Fifa-Präsidenten Joseph Blatter aus Berlin frohe Kunde: Das aus Deutschland stammende Geld für das mafiöse System der Fifa, das nun von amerikanischen Staatsanwälten untersucht wird, fließt weiter. Es ist öffentliches Geld, ist das Geld derer, die Rundfunkbeitrag zahlen.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Von diesem Beitrag nehmen ARD und ZDF 218 Millionen Euro in die Hand, um die Fußball-WM in Russland 2018 übertragen zu dürfen, für die WM in Qatar im Jahr 2022 geben sie 214 Millionen Euro aus. Und das ist, folgen wir den Worten des ZDF-Intendanten Thomas Bellut, auch gut so. Die Übertragung der Fußballweltmeisterschaften sei nicht gefährdet, die Rechte habe man schon erworben, Vertragsverhandlungen stünden nicht an, sagte er am Freitag in Berlin. Das stimmt: Die Verträge sind seit einem Jahr unter Dach und Fach, sie wurden besiegelt, bevor die Fifa im vergangenen Sommer durch den Ermittler Michael Garcia in Sachen Korruption wenigstens etwas in die  Bredouille kam.

          Mit der Fifa im Gespräch bleiben?

          Auch wenn es schwere Korruptionsvorwürfe gegen die Fifa gebe, müsse man im Gespräch mit dem Fußballverband bleiben, sagte der ZDF-Intendant Bellut. „Wir wollen das Ereignis haben.“ Als Rechteerwerber und als journalistisches Medium sei man in einer Zwickmühle – dieser Widerspruch müsse „im Programm ausgetragen werden“. Patric Nohe von der Sport-Koordination der ARD zitiert die Deutsche Presse-Agentur ganz ähnlich: Es gebe „keinen Grund, an der Rechtmäßigkeit der Verträge zu zweifeln“. Es gebe eine „strikte Trennung zwischen einem Ereignis und der ausführenden Organisation“ und die Übertragungsrechte würde auch „unabhängig vom Austragungsort“ gekauft. Mit der Fifa setze sich die ARD in ihren Programmen immer wieder kritisch auseinander.

          Das allerdings beschreibt genau das Problem: Es gibt im System Fifa eben keine Trennung zwischen „Ereignis“ und der „ausführenden Organisation“. Es ist vielmehr alles eins – die Austragungsorte der Weltmeisterschaften werden ausgekungelt, im Hintergrund fließen irrsinnige Beträge, vernunftgeleitete Kritik wird in den Wind geschlagen und am Ende schaut die fußballbegeisterte Welt nach Moskau, wo Wladimir Putin die WM für seine Propaganda instrumentalisieren wird, und dann nach Qatar, wo sich unzählige Arbeiter auf den Baustellen der WM-Stadien zu Tode geschuftet haben. Von der Bereitschaft der Sender, dafür dreistellige Millionenbeträge auszugeben, bis zum Endergebnis – einer von niemandem (außer Blatter und seiner Entourage) mehr für tragbar gehalten Weltfußballorganisation – führt eine direkte Linie.

          „Wir wollen das Ereignis haben“, sagt der ZDF Intendant. Und bezahlt mit dem Geld von mehr als vierzig Millionen Rundfunkbeitragszahlern, die nicht gefragt werden. So können, so müssen wir dann bei den WMs alle sagen: Wir sind dabei gewesen. Wir haben ja schließlich auch dafür bezahlt.

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