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ARD-interne Maßgabe : Nur noch zwei „Experimente“ beim „Tatort“ pro Jahr

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Kein Wettstreit um den abgedrehtesten „Tatort“: Ulrike Folkerts (r.) und Malou Mott im vieldiskutierten „Tatort. Babbeldasch“ Bild: SWR/Martin Furch

Außergewöhnliche „Tatorte“, über die sich Zuschauer aufregen könnten, sollen seltener werden – so lässt sich eine ARD-interne Maßgabe zu sogenannten experimentellen Sonntagskrimis interpretieren.

          Bei der beliebten Krimireihe „Tatort“ soll es weniger experimentelle Filme geben. Der ARD-Koordinator für Fernsehfilme, WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, bestätigte entsprechende Informationen der Seite „Tatort-Fundus.de“. Man wolle auch künftig Filme, die besonders sind und das Publikum überraschen, teilte Schönenborn mit. „Darüber hinaus können wir uns zweimal im Jahr auch „experimentelle“ Krimis vorstellen.“ Darüber werde sich in der „Koordination Fernsehfilm“ frühzeitig abgestimmt, „damit die Filme entsprechend geplant und später dann sinnvoll plaziert werden können“.

          ARD-Programmchef Volker Herres, der Programmdirektor des Ersten, hatte bereits nach dem vieldiskutierten Laien-, Improvisations- und Dialekt-„Tatort“ „Babbeldasch“ der „Bild am Sonntag“ gesagt: „Zum 'Tatort' gehören immer wieder auch einmal mutige Experimente. Das ist okay, solange es nicht in einen Wettlauf der Redaktionen mündet, wer den abgedrehtesten Film produziert.“

          Die neun Landesrundfunkanstalten – WDR, NDR, SWR, MDR, BR, HR, RBB, SR und Radio Bremen – haben jeweils ihre Redaktion für den „Tatort“ und eigentlich die Freiheit, über die eigenen Krimis zu entscheiden. Beim WDR in Köln ist dann mit Gebhard Henke ein sogenannter „Tatort“-Koordinator angesiedelt, der dafür sorgen soll, dass sich zum Beispiel Inhalte aufeinanderfolgender Krimis im Ersten nicht zu sehr ähneln.

          Henke teilte nun mit: „Wir hätten sicherlich angesichts der über tausend Stücke nicht das Niveau halten können, wenn wir nicht Innovation und das Austesten der Grenzen ermöglicht hätten. Der klassische Ermittlerkrimi ist und bleibt aber die DNA des Tatorts.“

          Aus „Tatort“-Redaktionen ist zu vernehmen, dass Zuschauer vor allem dann Sturm laufen, wenn ein Sonntagskrimi das Genre sprengt und die Erwartungen an einen klassischen, realitätstreuen Film mit Auflösung am Schluss nicht erfüllt.

          An diesem Sonntag steht – passend zu Halloween – ein Grusel-„Tatort“ des Hessischen Rundfunks im Programm des Ersten. Im Film „Fürchte dich“ mit Margarita Broich und Wolfram Koch geht es um Spuk und Geistererscheinungen und den Fluch, der auf einem Haus liegen soll.

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