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„Tagesthemen“ werden länger : Neuer Kurs der ARD

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WDR-Intendant Tom Buhrow Bild: dpa

Die ARD will die Nachrichtensendung „Tagesthemen“ verlängern und regionaler gestalten. Für den internen Finanzausgleich der Sender findet sie eine wichtige Lösung. Der Streit um das „Umweltsau“-Lied wird abgehakt.

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          Die Lebenswirklichkeit von Menschen auf dem Land soll künftig stärker in den „Tagesthemen“ der ARD abgebildet werden. Dafür soll die Sendung verlängert werden. Die ARD-Intendanten reagieren damit auf alte Vorwürfe.

          Die ARD-„Tagesthemen“ sollen länger und regionaler werden. Der WDR-Intendant Tom Buhrow stellte am Mittwoch nach einer Sitzung der Intendanten des Senderverbunds in Köln diesen „Wunsch“ des Gremiums vor. Nach seinen Worten könnten die „Tagesthemen“ am Freitagabend von fünfzehn auf dreißig Minuten verdoppelt und an den übrigen Werktagen um fünf Minuten auf 35 Minuten verlängert werden. Verstärkt solle dabei die Lebenswirklichkeit der Menschen in den verschiedenen Regionen Deutschlands abgebildet werden - unabhängig von Tagesaktualität.

          Die ARD reagiert damit auch auf Vorwürfe, im Journalismus etwa zu stark die Sichtweise von Stadtbewohnern darzustellen, weil Medienschaffende häufig aus urbanen Räumen kommen. Der ARD-Vorsitzende Buhrow betonte, in Zeiten, in denen die Gesellschaft immer stärker auseinandergezerrt werde, sei die Rolle der ARD als zuverlässiger Informationsgarant besonders wichtig. Die regionale Präsenz sei zudem ein Aspekt, der von Zuschauern besonders geschätzt werde. Die Details würden nun von der Fernsehprogrammkonferenz ausgearbeitet.

          Der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, Volker Herres, nannte als Ziel den 1. April, wenn die „Lindenstraße“ ausgelaufen sei und eine Reihe von Veränderungen anstünden. Das an Sonntagen ausgestrahlte Magazin „Bericht aus Berlin“ des ARD-Hauptstadtstudios soll ebenfalls fünf Minuten mehr Sendezeit bekommen, um mehr Zeit für Erklärungen und Antworten auf Zuschauerfragen zu haben sowie für kontinuierliches Nachhaken in Interviews.

          Ferner einigten sich die Intendanten darauf, dass der Saarländische Rundfunk (SR) und Radio Bremen in den kommenden vier Jahren mehr Geld aus dem ARD-Finanzausgleich erhalten sollen. So werde die ARD der Rundfunkkommission der Länder den Vorschlag machen, die Finanzausgleichsmasse von zurzeit 1,6 Prozent des Nettobeitragsaufkommens zunächst auf 1,7 Prozent ab 2021 und dann auf 1,8 Prozent von 2023 an zu erhöhen. Damit erhielten SR und Radio Bremen umgerechnet rund 34,5 Millionen Euro mehr für vier Jahre aus den Einnahmen des Rundfunkbeitrags. Im Zeitraum 2017 bis 2020 betrug der Finanzausgleich den Angaben zufolge 93,3 Millionen Euro pro Jahr. Buhrow sprach von einer solidarischen Unterstützung der kleineren Anstalten in Zeiten knapper Kassen.

          Das „Umweltsau“-Video hat nach Worten Buhrows ebenso wie seine Entschuldigung dafür bei der Konferenz nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Das Thema sei in bilateralen Gesprächen „nur gestreift“ worden. Das Video, in dem der WDR-Kinderchor Dortmund eine satirische Umdichtung des Lieds „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ sang, hatte Ende Dezember eine heftige Kontroverse ausgelöst. Buhrow verteidigte abermals seine Entschuldigung dafür, die seinen Anspruch unterstreiche, nah beim Zuschauer zu sein. In dem Lied war die „Oma“ als „Umweltsau“ bezeichnet worden, weil sie Flugreisen unternimmt, mit dem SUV zum Arzt fährt und viel Billigfleisch verzehrt.

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