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ARD und ZDF vor Olympia-Blackout : „Wir liegen noch weit auseinander“

  • Aktualisiert am

ZDF-Chefredakteur Peter Frey Bild: dpa

Mehr als 300 Stunden haben ARD und ZDF live aus Rio berichtet. Es sieht derzeit so aus, als wäre es die vorerst letzte Olympia-Vorstellung der Sender gewesen.

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          Nach dem Mammut-Programm aus Rio droht ARD und ZDF der Olympia-Blackout. Für die nächsten Spiele haben die TV-Sender keine Rechte. Die Verhandlungen mit Discovery/Eurosport sind festgefahren. „Die finanziellen Vorstellungen liegen noch weit auseinander“, sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben unser Angebot auf den Tisch gelegt - und ich hoffe, dass wir noch zusammenkommen.“

          Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Die Positionen liegen weit auseinander. ARD und ZDF sollen für die Sub-Lizenzen der Winterspiele 2018 in Pyeongchang und der Sommerspiele 2020 in Tokio maximal 100 Millionen Euro geboten haben. Discovery soll geschätzte 150 Millionen Euro verlangen.

          Dem Ersten und dem Zweiten läuft die Zeit weg

          Offizielle Bestätigungen dieser Zahlen gibt es nicht, doch dass es fast ausschließlich um die Finanzen geht, ist klar. „Geld spielt sicher auch eine Rolle“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky vor eine paar Wochen: „Im Augenblick sind wir noch sehr weit voneinander entfernt.“ Seitdem ist der Stand unverändert. Discovery will sich derzeit gar nicht äußern.

          Dem Ersten und dem Zweiten läuft die Zeit weg. „Die Deadline wird durch die redaktionellen und produktionellen Vorbereitungen gesetzt“, sagte ZDF-Chfredakteur Frey. Für die Sender „spielt die Möglichkeit, beim Host Broadcaster OBS notwendige Buchungen wie für Studio- und Büroflächen, Kamera-Positionen und Interview-Möglichkeiten vornehmen zu können, eine entscheidende Rolle.“

          Auf keinen Fall exklusive Berichterstattung

          Ein Vorlauf von zwei Jahren ist eigentlich das Minimum. Doch die nächsten Spiele beginnen in rund 18 Monaten am 9. Februar 2018. Die TV-Organisatoren von OBS drängen „uns schon, weil sie wissen wollen, welche Ausstattung wir in Südkorea brauchen. Je länger wir im Ungewissen sind, desto schmaler wird das Zeitfenster, um uns professionell vorzubereiten.“

          Es ist ein zäher Poker, der seit Monaten festgefahren scheint. „Wir haben großes Interesse, diese jahrzehntelange Tradition als Olympia-Sender nicht fallen zu lassen. Aber wir bewegen uns auch finanziell in einem abgesteckten Rahmen“, sagte Frey.

          Klar ist inzwischen, dass ARD und ZDF auf keinen Fall exklusiv berichten werden. „Wir wissen, dass Eurosport auf jeden Fall parallel zu uns senden will“, sagte Frey. „Das wirkt nach und nach wertmindernd.“

          Eine vergleichsweise gute Einnahme

          Die öffentlich-rechtlichen werben mit ihrer besonders deutschen Sicht auf Olympia. Diese trauen sie dem amerikanischen Unternehmen Discovery mit dem Sender Eurosport nicht zu. Für den Zuschauer stelle sich „die Frage, ob er - vor allem was die deutschen Sportler angeht - in der gleichen Qualität und in der gleichen Fokussierung bei Olympischen Spielen informiert wird wie jetzt bei ARD und ZDF“, sagte Frey.

          Discovery scheint sich in einer guten Verhandlungsposition zu sehen. Sein Unternehmen wolle einen „Teil der Exklusivität für unsere eigenen Kanäle“, hatte Eurosport-Geschäftsführer Peter Hutton Anfang des Jahres gesagt. Das Unternehmen müsse „nicht unbedingt sublizensieren, wir haben eigene Free-TV-Kanäle“.

          Andererseits wären die rund 100 Millionen aus dem deutschen Markt für zwei Spiele eine gute Einnahme im Vergleich zu den Gesamtkosten für Discovery. Das amerikanische Unternehmen hatte sich im Sommer des vergangenen Jahres überraschend die Rechte für den europäischen Markt von 2018 bis 2024 gesichert und dafür 1,3 Milliarden Euro bezahlt.

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