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ARD und ZDF haben Geld : Steigt der Rundfunkbeitrag doch nicht?

Nur nicht durch die Decke gehen: Die Wintersport-Experten des ZDF für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Bild: dpa

Die Finanzkommission Kef hat die Finanzen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Jahre 2017 bis 2020 unter die Lupe genommen. Sie kommt zu dem Schluss: Da lässt sich einiges sparen.

          Die Finanzkommission Kef, die den Vorschlag zur Höhe des Rundfunkbeitrags macht, hat nach Informationen des Fachdienstes „Medienkorrespondenz“ ein erkleckliches Einsparpotential bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ausgemacht und will deren „Finanzbedarf“ kürzen. Der Überschuss, den die Kommission für ARD, ZDF und Deutschlandradio ermittelt, beläuft sich demnach auf exakt 549,7 Millionen Euro für die Jahre 2017 bis 2020.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Hinzu kommen Einnahmen, die den Sendern zukamen, weil der Rundfunkbeitrag zwischenzeitlich nicht, wie von der Kef angeregt, von monatlich 17,50 Euro auf 17,20 Euro abgesenkt wurde. Diese Summe soll 530 Millionen Euro betragen. Diese beiden Summen zusammengerechnet, kommt die Finanzkommission auf Einnahmen von 1,08 Milliarden Euro, die sie den Sendern für den Gebührenzeitraum von 2021 bis 2024 von ihrem angemeldeten „Finanzbedarf“ abzieht. Mehr als 31 Milliarden Euro, so die Kef, nähmen die Sender in den Jahren 2017 bis 2020 aus dem Rundfunkbeitrag ein. Aktuell, so zitiert die „Medienkorrespondenz“ aus dem Entwurf für den 21. Kef-Bericht, sähen die Finanzkontrolleure keine Notwendigkeit, den Rundfunkbeitrag zu erhöhen – zumindest nicht bis 2020.

          Überschuss von rund 550 Millionen Euro

          Im April hatten die Rundfunkanstalten der Kef ihre Vorstellungen mitgeteilt und dabei einen „ungedeckten Fehlbetrag“ von 203,7 Millionen Euro genannt. Allein 142,4 Millionen, derer es angeblich zusätzlich bedürfe, hatte die ARD aufgerufen, beim ZDF waren es 63,6 Millionen Euro, beim Deutschlandradio 2,3 Millionen Euro. Diese Anmeldung hat die Kef allerdings in ihr Gegenteil verkehrt und besagten Überschuss von rund 550 Millionen Euro errechnet, was, wie die „Medienkorrespondenz“ darlegt, bedeutet: Sie hat um 753,4 Millionen Euro gekürzt.

          Insbesondere bei der ARD macht die Kef Sparpotentiale aus. Sie hat allein für den Senderverbund ein Plus von 507,7 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 ausgerechnet. Der Entwurf des Kef-Berichts geht den Sendern und den Landesregierungen zur Stellungnahme zu. Am gestrigen Dienstag sollte es eine Beratung des Berichts mit den Beteiligten geben. Danach kann es noch zu Korrekturen kommen, auch weil die Kef die Sparvorschläge, welche die Sender kürzlich selbst vorgelegt haben, noch berücksichtigen muss.

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