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Zukunft von ARD und ZDF : Corona könnte den Rundfunkbeitrag senken

  • -Aktualisiert am

Blick über das ZDF-Gelände in Mainz mit dem digitalen Nachrichtenstudio (links, mit Logo auf dem Dach) Bild: Picture-Alliance

ARD und ZDF zeigen in der Krise Stärken. Deshalb sollte die Politik die strategische Ausrichtung der öffentlich-rechtlichen Anstalten ändern und den Rundfunkbeitrag senken. Gastbeitrag eines Wirtschaftswissenschaftlers.

          4 Min.

          In Zeiten des Entsetzens über die menschlichen und ökonomischen Folgen der weltweiten Ausbreitung des neuen Coronavirus (Covid-19) ist in Politik und Medien die Kritik an der Angemessenheit der von 2021 an ins Auge gefassten Erhöhung der als „Beitrag“ titulierten, aber tatsächlich einer Steuer entsprechenden Abgabe privater Haushalte zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems weitgehend verstummt. Im Gegenteil mehren sich Stimmen, dass die Pandemie die Notwendigkeit eines starken öffentlich-rechtlichen Rundfunks eindrucksvoll belege und daher Opposition gegen die von der Kef empfohlene Anhebung um 86 Cent pro Monat geradezu kleinkariert sei.

          Diese Sicht untermauern rekordverdächtig hohe Zuschauerzahlen von Nachrichten- und Informationssendungen der ARD-Sender und des ZDF. So verfolgten die 20-Uhr-Tagesschau am 22. März 12,2 Millionen Personen, was einem Zuschauermarktanteil von etwa einem Drittel entspricht. 7,5 Millionen Menschen sahen am 25. März das „ARD extra: Die Corona-Lage“ (Marktanteil 20,4 Prozent). Ein „ZDF spezial“ zur Pandemie erreichte am 12. März 4,6 Millionen Bürger (Marktanteil 17,1 Prozent). Öffentlich-rechtliche Sender stellen wertvolle Podcasts zum Virus ins Netz, etwa der NDR mit dem Experten Christian Drosten. Sie sind im Begriff, ihre Kinder- und Bildungsprogramme auszubauen, um negativen Folgen der Schließung von Kindertagesstätten und Schulen entgegenzuwirken. Sie übertragen Kulturveranstaltungen, die ohne Publikum stattfinden, um soziale Isolation und Langeweile bei in ihrer Wohnung ungewollt eingesperrten Zuschauern zu verringern.

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