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Fernsehen am Wahlabend : Hat Bild TV bei ARD und ZDF geklaut?

  • -Aktualisiert am

Ratlos in alten Ritualen: Die „Berliner Runde“ am Abend der Bundestagswahl. Bild: AP

ARD und ZDF meinen, der Sender Bild TV habe ohne Absprache eine Sequenz der „Berliner Runde“ ausgestrahlt. Bild TV hält dagegen: Es gehe um ein zeithistorisches Ereignis.

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          ARD und ZDF werfen dem Sender Bild TV vor, am Wahlabend ohne Zustimmung Teile des Programms von ARD und ZDF übernommen zu haben. Bild TV zeigte dreizehn Minuten lang den Beginn der „Berliner Runde“ mit den Spitzenkandidaten der Parteien parallel zu den öffentlich-rechtlichen Sendern. Zudem wurden die ersten Wahlprognosen von ARD und ZDF um 18 Uhr im Bild gezeigt und kommentiert. Ein Interview mit SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil habe Bild TV in die Sendung „Es geht um Deutschland! Wahl 2021“ übernommen, berichtet das Portal dwdl.de.

          „Wir haben keine Vereinbarung mit der ‚Bild‘. Die Übernahme ist ohne Absprache mit uns erfolgt“, sagte ein Sprecher der ARD. Beim ZDF hieß es auf Anfrage der Agentur epd, es habe „keine Vereinbarung mit dem ZDF für die Verwendung der Live-Signale“ gegeben. Man prüfe, ob sich juristische Konsequenzen ergäben. „Wir behalten uns vor, das Vorgehen rechtlich zu prüfen“, hieß es bei der ARD.

          Der Bild-Pressesprecher Christian Senft sagte auf Anfrage, die Bundestagswahl sei „ein zeithistorischer Moment“. Man habe in der eigenen Wahlberichterstattung „die stark unterschiedlichen Prognosen mit klarem Quellenhinweis live zitiert und ausgewählte Sequenzen aus der ‚Berliner Runde‘ übernommen und für unsere Zuschauer eingeordnet“. Hier gehe es „um ein nachrichtliches Ereignis von überragender Bedeutung, das von ARD und ZDF als gebührenfinanzierter Rundfunk zentral veranstaltet wird, aber auch für Menschen relevant ist, die sich am Wahlabend auf anderem Wege informieren möchten.“

          Sollten sich aus der Übernahme Ansprüche von ARD und ZDF ergeben, „sind wir gerne bereit, diese zu begleichen“. Doch gehe man davon aus, dass ARD und ZDF Leistungsschutzrechte dann auch gegenüber den „GAFA-Plattformen“ (Google, Amazon, Facebook, Apple) „in gleiche Konsequenz“ geltend machten.

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