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ARD-Talkshows : Vier Matadore fürs Erste

ARD-Vorsitzender: Lutz Marmor Bild: dpa

In der Debatte über die Talkshows im Ersten spricht der Vorsitzende der ARD ein Machtwort: Vier Talkshows bleiben. Für ihn sei der Streit nun erledigt, sagte Lutz Marmor der F.A.Z. Und siehe da: Er setzt sich durch.

          Die Debatte über die Talkshows im ersten Programm der ARD hat nach der Bekanntgabe von Reinhold Beckmann, dass er mit der nach ihm benannten Sendung im nächsten Jahr aufhören will, ein rasches Ende gefunden. Die Intendanten haben sich am späten Montag darauf geeinigt, dass künftig vier Talkshows im ersten Programm laufen: die Sendungen von Günther Jauch, Frank Plasberg, Sandra Maischberger und Anne Will.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor hatte im Gespräch mit der F.A.Z. gesagt: „Die Ideen von Reinhold Beckmann für neue Formate im Ersten und im NDR-Fernsehen finde ich sehr vielversprechend. Wir werden jetzt gemeinsam daran arbeiten, diese Konzepte auszufeilen. Ich gehe davon aus, dass damit auch die Debatte über die Anzahl der Talkshows im Ersten erledigt ist.“

          Das war ein Wort und auch eine Ansage zu den vorhergegangenen Überlegungen des Intendanten des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, und des Rundfunkrats dieses Senders, die besagten, dass es wünschenswert sei, die Zahl der Talkshows im Ersten von fünf auf drei zu reduzieren. Dass sich an dieser Haltung etwas ändern würde, davon durfte man nicht unbedingt ausgehen. Aber die Intendanten haben sich doch geeinigt.

          Kein Kuhhandel

          Reinhold Beckmann hatte im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt, dass er dem NDR mitgeteilt habe, den bis Ende nächsten Jahres laufenden Vertrag für seine Gesprächssendung nicht zu verlängern. „Ich bin der Debatten über Sinn und Unsinn der politischen Talkshows in der ARD einfach müde“, hatte er gesagt. Er habe das Gefühl gewonnen, dass es bei der Bewertung der Talkshows in der ARD nicht um Qualität, sondern nur um die Frage gehe, welche Sendeanstalt wie viele Talkshows habe. „Das ist ein Abzählreim. Da wollte ich nicht mitgerechnet werden.“

          Beckmann wusste so die Souveränität in eigener Sache zu behaupten, da die ARD-interne Diskussion über das Für und Wider der Talksendungen seit einiger Zeit nicht als Verständigung über inhaltliche Standards, sondern als Quotenzählerei vonstatten ging. Der Blick auf die Qualitäten oder Mängel einzelner Sendungen stand dabei nicht mehr im Vordergrund, sondern allein die Einschaltquoten. Er wolle nicht „Gegenstand eines senderpolitischen Ablass- oder Kuhhandels werden“, hatte Beckmann gesagt. Die Zeit des Kuhhandels ist nun fürs Erste vorbei.

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