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RBB-Skandal : Diese verdammten Massagesitze sind ja wirklich überall

Der WDR-Intendant Tom Buhrow. ARD-Vorsitzender war er bis zum Jahreswechsel, jetzt ist er es wieder. Bild: dpa

Macht der Schlesinger-Skandal in der Debatte über ARD und ZDF möglich, was bislang undenkbar schien? ARD-Chef Tom Buhrow baut vor.

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          Da haben die Bundesländer sechs Jahre lang eine Debatte über eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geführt und sich endlich auf einen Medienstaatsvertrag verständigt, der den Sendern noch mehr Freiheiten und den Aufsichtsgremien als Vertretern der Bürger mehr Macht gibt, und dann das: Der Skandal um die zurückgetretene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger und den ebenfalls zurückgetretenen Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf wirft alles über den Haufen.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Mit einem Mal tauchen Forderungen nach Kontrolle und Transparenz auf, die bislang undenkbar waren. Mochte es Kritik geben, etwa an den fabulösen Spitzen­gehältern, Mittelverschwendung oder der Bauwut (nicht nur der RBB investiert hohe Millionenbeträge in Beton, WDR, SWR und BR tun das auch), im öffentlich-rechtlichen Rundfunk tat sich – nichts. Es wurde über zu wenig Geld geklagt, und der Rundfunkbeitrag stieg. Tat er es nicht, etwa als sich der Ministerpräsident von Sachen-Anhalt verweigerte, half das Bundesverfassungsgericht nach, welches das Recht auf Pressefreiheit im Fall des öffentlich-recht­lichen Rundfunks mit dem Recht auf ungestörte Mittelzuweisung in eins setzt.

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