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Arbeitsbedingungen bei „Ellen“ : DeGeneres, die Großzügige?

  • -Aktualisiert am

Anfang Januar bei den Golden Globes mit einem Sonderpreis für ihren „herausragenden Beitrag zum Fernsehen“ ausgezeichnet: Ellen Degeneres Bild: Picture-Alliance

Die Produktionsfirma Warner Media untersucht die Arbeitsbedingungen bei der Talkshow von Ellen DeGeneres. Gegen drei Produzenten wurden Vorwürfe erhoben, auch DeGeneres selbst werde ihrer Feel-good-Marke nicht gerecht.

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          Die Produktionsfirma Warner Media untersucht die Arbeitsbedingungen bei der Talkshow von Ellen DeGeneres, einem Flaggschiff des Unternehmens und einer der erfolgreichsten Sendungen im amerikanischen Fernsehen. Der Zeitschrift „Variety“ zufolge kündigte vergangene Woche ein Memo an, man wolle aktuelle und ehemalige Mitarbeiter interviewen.

          Der Schritt erfolgt, nachdem das Online-Magazin „Buzzfeed“ neue Vorwürfe gegen Ellen DeGeneres veröffentlicht hat. Elf anonyme, großteils ehemalige Mitarbeiter beschuldigen drei Produzenten der Sendung, sie hätten ein „toxisches“ Arbeitsklima geschaffen. Ellen DeGeneres habe darüber hinweggesehen. Mit „toxisch“ meinen die Mitarbeiter, dass sie für Familienbegräbnisse oder psychiatrische Behandlungen nicht freigestellt, ihre persönlichen Social-Media-Kanäle aber überwacht und sie in zwei Fällen sanktioniert worden seien. Kritik und Sorgen habe man unterdrückt. Hinzu kommen Rassismusvorwürfe. Sie reichen von „Mikro-Aggressionen“ bis zu dem Kommentar eines Autors, er merke sich nur die Namen weißer Mitarbeiter. Die beschuldigten Produzenten Mary Connelly, Ed Glavin und Andy Lassner geben sich reumütig: „Wir sehen ein, wie gerade viele in der Welt, dass wir uns verbessern müssen.“

          Spenden für Lästergeschichten auf Twitter

          Dass Ellen DeGeneres vom Sender genommen wird, ist unwahrscheinlich, doch geht es um ihren Ruf. Sie galt als großzügig, das Motto ihrer Show lautet „Be kind“ (Sei freundlich). Es werden Geschenke und Spenden verteilt. Im März hingegen versprach ein Comedian, der für Ellen DeGeneres gearbeitet hatte, auf Twitter, er werde für jede Geschichte über ihre Fiesheit zwei Dollar spenden. Unzählige Kommentare beschreiben die Moderatorin seither als vermeintlich drakonische Chefin und Rassistin.

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