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Apple und die Menschenrechte : Am 7. Januar sprang sie in den Tod

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Die Trauer eines Vaters: Der Foxconn-Mitarbeiter Ma Xiang-qian war neunzehn Jahre alt, als er sich im Januar 2010 von einem Gebäude in den Tod stürzte. Bild: dpa

Die chinesischen Zulieferer von Apple sind wegen ihrer zum Teil menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen berüchtigt. Es gibt Selbstmorde und Kinderarbeit. Apple legt nun einen Bericht über die aktuelle Situation vor. Doch was sagt er aus?

          Für Apple war 2010 ein sehr gutes Jahr. Sechs Milliarden Dollar allein im vierten Quartal. Den Rekordgewinn verdankt das Unternehmen dem Erfolg des iPad und den Zuwächsen beim iPhone und den Mac-Computern. Zehn Prozent des Umsatzes machte das Unternehmen in China, Hongkong und Taiwan. Die Eröffnung von vier Ladengeschäften und die Einrichtung einer chinesischen iTunes-Version zeigten Wirkung. Apple ist heute das wertvollste Technologieunternehmen der Welt. Doch wer zahlt den Preis? Bezeichnenderweise sind es die Chinesen in doppelter Hinsicht. Apple hat dort nicht nur einen Absatzmarkt mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen erschlossen, sondern lässt auch chinesische Zulieferer für sich arbeiten. Und das zum Teil unter menschenunwürdigen oder lebensgefährlichen Bedingungen.

          In dem Bericht "Die andere Seite von Apple", den die chinesische Umweltgruppe "Green Choice Alliance" vorgelegt hat, werden schwere Anschuldigungen erhoben. Beim iPad-Produzenten Foxconn müssen die Arbeiter fast viermal so viele Überstunden leisten wie erlaubt, zu einem Monatslohn von 250 Euro. Die Arbeitsbedingungen führten dazu, dass allein im letzten Jahr vierzehn Mitarbeiter in den Tod sprangen. Am 7. Januar 2011 musste der Selbstmordserie die fünfundzwanzigjährige Ingenieurin Wang Ling hinzugefügt werden, die sich aus dem zehnten Stockwerk eines Wohnhauses stürzte. Psychologen sollen nun suizidgefährdete Arbeiter finden und von ihrem Vorhaben abbringen. Manche der vermeintlichen Psychologen sollen jedoch Kollegen sein, deren Aufgabe es ist, ihre Vorgesetzten darüber in Kenntnis zu setzen. Die Maßnahme, Mitarbeiter eine Erklärung unterschreiben zu lassen, sie würden von Selbstmord absehen, scheint abstrus. Und das Anbringen von Netzen um die Gebäude wirkt wie blanker Hohn.

          Leben und arbeiten unter katastrophalen Bedingungen

          Eine britische Zeitung hatte schon vor fünf Jahren von menschenverachtenden Zuständen in chinesischen Foxconn-Werken berichtet. In einer Fabrik sollen über 200 000 Menschen unter katastrophalen Bedingungen gelebt und gearbeitet haben. Alarmiert nahm Apple daraufhin Ermittlungen auf und veröffentlicht seither regelmäßig Berichte über die Zustände in seiner Lieferkette. Wie die Selbstmorde vom vergangenen Jahr zeigen, scheinen die Untersuchungen nicht rigoros genug zu sein. Das ist umso bedenklicher, als sich Apple hinter einem relativ "grünen" Image versteckt. Doch wie Ma Jun, einer der Autoren des Berichts, erklärte, kann das die Firma nur, weil sie eine Marke ohne eigene Fabriken sei. Die Überwachung der Zulieferer sei jedoch nicht transparent genug. Kaum thematisiert werde der Kontakt mit gesundheitsschädlichen Stoffen. Besonders kritisch ist der Einsatz des Alkans n-Hexan, das anstelle von Alkohol für die Reinigung von Touchscreens Verwendung findet. Das Mittel hat Suchtpotential und verursacht Nervenschäden. Zweiundsechzig Angestellte des Apple-Zulieferers Wintek mussten behandelt werden, einer starb an den Folgen einer Vergiftung.

          Steve Jobs mit Teufelshörnern: Demonstranten in Hongkong protestieren gegen die schlechten Arbeitsbedingungen.

          Wie geht Apple damit um? In China wird die Hälfte aller Handys und Computer hergestellt. Wenn dies unter solchen Bedingungen geschieht, gilt es zu handeln. Nun ist der Apple-Bericht für 2011 erschienen. 127 Zulieferer wurden untersucht, 91 Fälle von Kinderarbeit registriert. 72 Prozent der Firmen halten sich angeblich an Vorgaben für Arbeitsrechte und Gesundheitsvorkehrungen. Das erscheint zu wenig.

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