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Vorfall in Berlin-Neukölln : Attacke auf israelische Journalistin

Antonia Yamin bei ihrer Aufnahme in Berlin-Neukölln. Bild: Foto Yamin/Twitter

Antonia Yamin berichtet für den israelischen Rundfunk über Europa. Bei einer Aufnahme in Berlin-Neukölln bewarfen Jugendliche sie mit einem Feuerwerkskörper. Weil sie das Hebräisch der Journalistin gehört hatten?

          Nachdem eine israelische Journalistin am Sonntag im Berliner Stadtteil Neukölln von einer Gruppe Jugendlicher mit einem Feuerwerkskörper angegriffen worden war, hat Außenminister Heiko Maas (SPD) die Attacke stark kritisiert: „Dass eine israelische Reporterin von einigen Orten nicht ungestört auf Hebräisch berichten kann, darf nicht sein. In Deutschland müssen Journalistinnen sicher arbeiten können – egal in welcher Sprache“, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Die Übergriffe gegen die Journalistin Antonia Yamin seien „nicht akzeptabel“.

          Antonia Yamin arbeitet als Europakorrespondentin des staatlichen israelischen Fernsehsenders Kan. Sie hatte über den Brexit berichten und für ihren Beitrag einen Aufsager an einer Straße in Berlin machen wollen, als sie vor laufender Kamera von vier Jugendlichen unterbrochen und mit einem Feuerwerkskörper beworfen wurde. In dem Video, das sie auf ihrem Twitter-Profil teilte, ist zu sehen, wie vier junge Männer an ihr vorbeigehen, dazwischenreden, lachen, einer hält seine Hand vor die Kamera. Die Journalistin sagt: „Ihr könnt weitergehen.“ Einer der jungen Männer fragt, wo das übertragen werde. Dann bringen Antonia Yamin und ihr Kameramann sich in Sicherheit, und der gezündete Böller verpufft auf dem Bürgersteig.

          Zunächst sah die Journalistin die Attacke im Zusammenhang mit der Tatsache, dass sie Hebräisch sprach – und deutete damit einen antisemitischen Hintergrund der Attacke an. Ob es sich um einen antisemitischen Vorfall handelt, ist aus der Sequenz nicht ersichtlich. Am Montag relativierte Antonia Yamin ihre Einschätzung: Sie habe nicht danach gerufen, dass in den Schlagzeilen von Antisemitismus die Rede sei. Alles, was sie sagen könne, sei: Sie habe, als die Jugendlichen an ihr vorbeizogen, Hebräisch gesprochen, und auf dem Mikrofon habe der Name ihres Fernsehsenders in hebräischer Schrift gestanden. „Ich betone, dass es meiner Meinung nach weniger wichtig ist, ob die Männer wussten, dass ich jüdisch/israelisch war, oder dass sie nur eine Frau auf der Straße belästigen wollten. Ich weiß nur, dass es in Berlin Gegenden gibt, in denen sich junge Leute so verhalten, als ob die Straße ihnen gehört, und das ist nicht in Ordnung.“ Unterdessen habe sie ein Gespräch auf der Polizeiwache geführt, nachdem sie von den Beamten darum gebeten worden war, zur Klärung des Vorfalls beizutragen.

          „Was geschehen ist, wird nichts daran ändern, dass ich für Deutschland einen besonderen Platz in meinem Herzen habe“, schrieb Antonia Yamin. Sie fühle sich auch teils deutsch, sagte sie in einer Dokumentation in diesem Sommer, sie wurde in Deutschland geboren. Ihr Zugehörigkeitsgefühl habe sich auch nicht geändert, nachdem sie vor wenigen Monaten für besagte Dokumentation im thüringischen Themar bei einem Rechtsrock-Festival unter mehr als zweitausend Holocaustleugnern, Antisemiten und Verschwörungstheoretikern recherchiert hatte.

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