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Cyberspionage : „Topinambour“ greift Computer von Dissidenten an

  • -Aktualisiert am

Sieht aus wie „Matrix“, ist es aber nicht. Wenn sich die Hackergruppe Turla bemerkbar macht, geht es ums perfekte Fallenstellen. Bild: EPA

Die neueste Bedrohung in der internationalen Cyber-Spionage heißt „Topinambour“. Sie besorgt Experten weltweit. Und es könnte sein, dass sich mit der „Malware“ die gefährlichste Hackertruppe der Welt zurückmeldet.

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          Mit einem befangenen Experten für Cybersicherheit zu telefonieren ist keine leichte Angelegenheit. Man kann schnell dem Eindruck verfallen, Sprache sei ein höchst unpräzises Kommunikationsmittel. Kurt Baumgartner, ein weltweit geschätzter Sicherheitsanalyst in Diensten des russischen Antivirus-Dienstleisters Kaspersky Lab, spricht so, als bereite es ihm körperliche Schmerzen. Er windet sich um jede konkrete Formulierung. Eine PR-Angestellte ist mit in der Leitung und passt auf, dass er ja nichts Falsches sagt. Sie teilt vorab mit, man werde keinerlei Aussagen zu den letztjährigen Angriffen auf die Datenbanken der Bundesregierung machen.

          Dass es heute um die neueste Volte ebenjener Hacker-Gruppe gehen soll, die auch damals beschuldigt wurde, tut nichts zur Sache. Jede informationelle Preisgabe ist politisch höchst sensibel, wird genau abgewogen. Das gehört zum Business. Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky Lab und seine größten Konkurrenten um Symantec, Eset oder Norton & Co. sind ein Teil der unheimlichen Trias, die in der globalen Cyberspionage den Ton angibt. Die zweite Gruppe sind die schutzbedürftigen Auftraggebenden, also Verteidigungsministerien, Botschaften, das Militär, Großkonzerne, Forschungseinrichtungen. Die dritte Gruppierung sind natürlich die Ganoven – Hacker, Spione, Söldner, Agenten der Unterwelt.

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