https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/antisemitismusvorwuerfe-bundestag-befasst-sich-mit-deutsche-welle-17727974.html

Vorwürfe gegen Deutsche Welle : Debatte über Judenhass

  • Aktualisiert am

Das Gutachten zu den Antisemitismus-Vorwürfen gegen Mitarbeiter und Partnersender der Deutschen Welle fördert Gravierendes zutage. Bild: dpa

Der Bundestag befasst sich auf Initiative der Unionsfraktion mit den Antisemitismusvorwürfen gegen die Deutsche Welle. Man erwarte, das Ergebnis der Untersuchung der Anschuldigungen zu erhalten.

          2 Min.

          Die Antisemitismusvorwürfe gegen Mitarbeiter und Medienpartner der Deutschen Welle werden auf Initiative der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hin zum Thema im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien. Voraussichtlich im Februar wolle man sich mit dem Stand der Aufklärung von antisemitischen Vorfällen bei der Deutschen Welle befassen, teilte die Unionsfraktion mit.

          Man unterstütze „den Aufklärungsprozess der Deutschen Welle zu den Antisemitismusvorwürfen“, sagten die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, Dorothee Bär, und die kultur- und medienpolitische Sprecherin, Christiane Schenderlein. Die Intendanz habe „reagiert und sowohl eine interne als auch eine externe Untersuchung eingeleitet“. Man erwarte, „dass in der Sitzung des Kulturausschusses Ergebnisse vorgelegt werden, die einen offenen Austausch ermöglichen und unsere Vertrauensbasis erneuern“. Angesichts der „schwerwiegenden Vorwürfe“ sei „eine transparente und sorgfältige Prüfung geboten. Mögliche Versäumnisse und Schwachstellen“ gelte es „schonungslos aufzuzeigen. Erste Überlegungen des Senders, den Verhaltenskodex für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Ko­operationspartner um das Be­kenntnis zum Existenzrecht Israels zu er­weitern, scheinen erforderlich, um Prävention und Rekrutierung zu verbessern. Klar muss sein: Antisemitische Äußerungen sind eine rote Linie, deren Übertretung sanktioniert werden muss.“

          Die „Süddeutsche“ hatte im vergangenen Dezember berichtet, dass feste und freie Mitarbeiter der arabischen Redaktion der Deutschen Welle in sozialen Medien antisemitische Äußerungen getätigt hätten. So sei der Holocaust als „künstliches Produkt“ bezeichnet worden. In einem anderen Post habe es geheißen, Juden würden „die Gehirne der Menschen durch Kunst, Medien und Musik kontrollieren“. Das Magazin „Vice“ hatte dargelegt, Partnersender der Deutschen Welle wie Al Jadeed oder Roya TV verbreiteten antisemitische Inhalte. Die Zusammenarbeit mit dem Sender Roya TV setzte die Deutsche Welle daraufhin aus. Mitarbeiter des Auslandssenders wurden freigestellt.

          Untersuchen lässt die Deutsche Welle die Vorwürfe von der früheren Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und dem Islamismus-Experten Ahmad Mansour. Das Ergebnis der Prüfung wird für Ende des Monats erwartet. Im Gespräch mit der F.A.Z. hatte der Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg gesagt, es sei keine Frage, dass Antisemitismus in seinem Sender keinen Platz habe und Grund sei, sich von Mitarbeitern zu trennen. Beim Vertrieb, also der Zusammenarbeit mit anderen Sendern, sei man „bisher nicht auf eklatante Missstände gestoßen“. Man müsse „auch aufpassen, dass wir in einer solchen Diskussion unsere Distributionspartner weltweit nicht pauschal verunglimpfen, auch nicht in der arabischen Welt.“ Es gelte, das Ergebnis der Untersuchung abzuwarten.

          Weitere Themen

          Ein Schiffbruch wird belohnt

          Goldene Palme in Cannes : Ein Schiffbruch wird belohnt

          Der Schwede Ruben Östlund gewinnt für „Triangle of Sadness“ die Goldene Palme von Cannes. Die übrigen Preise zeigen die Verlegenheit der Jury angesichts des diesjährigen Festivalwettbewerbs.

          Topmeldungen

          Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (mit geneigtem Kopf), links neben ihm die Präsidentin des ZdK, Irme Stetter-Karp, und die Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne); rechts neben Steinmeier Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU)

          Kirchentag in Stuttgart : Das Echo aus der Kirche

          Den Katholikentag in Stuttgart dominiert das Thema sexueller Missbrauch. Doch es ist nicht die einzige Ursache der Krise der katholischen Kirche in Deutschland.
          Freudenschreie in den Nachthimmel über Paris: Real Madrid gewinnt die Champions League.

          Champions-League-Finale : Der Liverpooler Albtraum ist Real

          In der Schlussphase wirft der FC Liverpool nochmal alles nach vorne, doch das Team von Trainer Jürgen Klopp kämpft vergebens. Nach dem Endspiel der Champions League jubelt einzig Real Madrid.
          Der Sieger: Ruben Östlund jubelt über seine Goldene Palme

          Goldene Palme in Cannes : Ein Schiffbruch wird belohnt

          Der Schwede Ruben Östlund gewinnt für „Triangle of Sadness“ die Goldene Palme von Cannes. Die übrigen Preise zeigen die Verlegenheit der Jury angesichts des diesjährigen Festivalwettbewerbs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Bildungsmarkt
          Alles rund um das Thema Bildung
          Sprachkurs
          Verbessern Sie Ihr Englisch
          Sprachkurs
          Lernen Sie Französisch