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Französische App : Wenn der Terror-Ernstfall eintritt

  • -Aktualisiert am

SAIP steht für „système d’alerte et d’information des populations“ und soll bei ständiger Aktivierung und Standortangabe die EM-Besucher schützen. Bild: AFP

Notsituationen und Fluchtwege: Die französische Regierung hat eine Smartphone-App veröffentlicht, die vor allem die Besucher der Fußball-Europameisterschaft schützen soll.

          Während in Frankreich seit Wochen die Demonstrationen gegen die Arbeitsrecht-Reform der Regierung anhalten und viele mit negativen Auswirkungen für die Fußball-Europameisterschaft rechnen, bereitet sich das Land auf einen Ernstfall ganz anderer Art vor.

          Kurz vor dem Anpfiff der Fußball-Europameisterschaft an diesem Freitag hat die französische Regierung eine App herausgebracht, die Menschen vor Terroranschlägen warnen soll. Die kostenlose Smartphone-App ist in englischer und französischer Sprache formuliert. Das „Système d'alerte et d'information des populations“, kurz SAIP, wurde nach den Attentaten vom November 2015 vom französischen Innenministerium initiiert. Bei der Registrierung müssen sich Nutzer mit der Bestimmung ihrer Position über GPS einverstanden erklären, damit sie jeweils Benachrichtigungen über Zwischenfälle in ihrer Nähe bekommen können. Damit sie funktioniert, muss die App ununterbrochen aktiviert sein. SAIP ist für Android und iOS auch in deutschen App-Stores erhältlich.

          Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, werden Benachrichtigungen innerhalb von fünfzehn Minuten verschickt, sobald die Echtheit der Gefährdungslage bestätigt ist. Nutzer werden zudem Informationen über weitere acht Zonen in ihrer Nähe prüfen können, um stets auf dem Laufenden zu bleiben.

          Anders als bei dem New Yorker Warnsystem  „See something, say something“, das seit November 2015 zur Nutzung bereit steht und ebenfalls auf einer Smartphone-App basiert, soll bei SAIP nicht die Übermittlung von Nachrichten durch die Bevölkerung an die Sicherheitskräfte im Fokus stehen. In New York können Nutzer verdächtige Aktivitäten möglicher Terroristen in Texten oder Fotografien an die zuständigen Bereiche melden.

          Da rund 2,5 Millionen Besucher zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich erwartet werden, sollen über SAIP Informationen möglichst schnell und detailliert weitergegeben werden. Darüber hinaus werden sowohl Verhaltensregeln als auch Fluchtwege genannt. Die App kann nicht nur bei Terroranschlägen, sondern auch bei anderen Katastrophen  wie Reaktorunfällen, Dammbrüchen und Emission gefährlicher Stoffe zum Einsatz kommen. Bestehende Warnsysteme soll sie allerdings nicht ersetzen.

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