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Angriff auf Jussie Smollett : Polizei nimmt „Empire“-Star fest

  • -Aktualisiert am

Mittlerweile festgenommen: Jussie Smollett, der Schauspieler und Star der Serie „Empire“ Bild: AFP

Jussie Smollett ging zur Polizei und gab an, er sei von maskierten Männern attackiert worden. Nachdem er unter Verdacht geraten war, den Angriff selbst inszeniert zu haben, ist der Schauspieler Jussie Smolett nun verhaftet worden.

          Für den amerikanischen Schauspieler Jussie Smollett wird es eng. Nach Ermittlungen über ein angebliches Hassverbrechen gegen den homosexuellen, afroamerikanischen „Empire“-Darsteller wurde er – das vermeintliche Opfer – jetzt verhaftet. Smollett ließ sich am Donnerstag auf einer Polizeiwache in Chicago festnehmen, nachdem die Staatsanwaltschaft des Bezirks Cook einige Stunden zuvor Anklage wegen Störung des öffentlichen Friedens gegen ihn erhoben hatte.

          Vor drei Wochen hatte der Sechsunddreißigjährige nach einem angeblichen Überfall im Viertel Streeterville Anzeige erstattet. Smollett gab zu Protokoll, nachts auf der Straße von zwei Maskierten geschlagen und mit einer Flüssigkeit übergossen worden zu sein. Während des Angriffs sollen die Männer ihn wegen seiner Hautfarbe und sexuellen Orientierung beleidigt haben. In Anspielung auf Präsident Donald Trumps Leitspruch „Make America Great Again“ verwiesen sie angeblich auch auf die Vereinigten Staaten als „Maga-Land“ und legten dem Schauspieler eine Schlinge um den Hals.

          Nach Smolletts Schilderungen, die er in Fernsehinterviews wiederholte, nahm die Polizei zwei Verdächtige fest. Die nigerianischen Brüder sollen in der Vergangenheit als Komparsen bei der Serie „Empire“ gearbeitet haben. Nach der Anhörung der Brüder teilte die Polizei vor einigen Tagen mit, nun gegen Smollett zu ermitteln. Vor einer Grand Jury gaben die Männer am Mittwoch angeblich zu, den Überfall gegen Bezahlung in Smolletts Auftrag organisiert zu haben.

          Der „Smollett hoax“ löste in den Vereinigten Staaten ein politisches Beben aus. Führende Demokraten wie die kalifornische Senatorin Kamala Harris und Cory Booker, Senator aus New Jersey, verglichen die Tat mit der Lynchjustiz der Jim-Crow-Ära. Als Zweifel an Smolletts Version laut wurden, revanchierten sich einige Republikaner in sozialen Medien mit hämischen Kommentaren. „Hey Hollywood und Typen in den Medien, mir ist aufgefallen, dass ihr die #JusticeforJussie-Tweets wieder gelöscht habt. Verlangt ihr für ihn keine Gerechtigkeit mehr?“, spöttelte auch Präsidentensohn Donald Trump Jr. Bei einer Verurteilung drohen Smollett bis zu drei Jahre Haft.

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