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Bombardierung im Gaza-Krieg : Saßen da nur Reporter?

15. Mai dieses Jahres in Gaza-Stadt: Das Haus, in dem untere anderem Journalisten der Agentur AP und des Senders Al Jazeera Büros hatten, wird von einem israelischen Luftschlag getroffen. Bild: AP

Der Angriff auf ein Hochhaus in Gaza brachte Israel im Mai in die Kritik. Dass dort Medienorganisationen ansässig waren, wusste die Armee offenbar gar nicht.

          3 Min.

          Eine gewaltige Rauchsäule stieg über Gaza-Stadt auf, als am 15. Mai – während des jüngsten Kriegs zwischen der Hamas und Israel – das Jalaa-Hochhaus in sich zusammenstürzte. Drei Raketen hatten das mehrgeschossige Gebäude gezielt getroffen. Ein halbes Jahr später bezeichnen viele Beobachter den Angriff als Eigentor für das israelische Militär, jedenfalls, was die Außenwirkung angeht. Denn in dem Hochhaus gab es nicht nur eine Präsenz der Terrororganisation Hamas, wie Israel angab. Dort hatten auch mehrere Medienorganisationen ihre Büros, unter anderem die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press und der qatarische Nachrichtensender Al Jazeera.

          Christian Meier
          Politischer Korrespondent für den Nahen Osten und Nordostafrika.

          Zu dem Eindruck eines PR-Fiaskos tragen auch Details über den Ablauf der Ereignisse bei, die noch Monate nach dem Vorfall an die Öffentlichkeit gelangen. So hat Israel im Nachhinein ­offenbar versucht, geheimdienstliche Erkenntnisse darüber, was die Hamas in dem Gebäude treibt, brisanter erscheinen zu lassen, als sie waren.

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