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Serien aus Amerika : Habe ich das nicht schon mal gesehen?

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Er zählt mehr als eines und eins zusammen: In der Serie „Limitless“ spielt Jake McDorman den Ermittler Brian Finch, der weiter denkt, als die Polizei erlaubt. Bild: Getty

Das amerikanische Fernsehen zeigt die besten Serien der Welt. Vielleicht nicht mehr lange. Denn was gerade auf den Schirm kommt, ist herzlich unoriginell. Bis auf eine große Ausnahme.

          Amerikas Fernsehkritiker haben ein Problem. Neue Serien gibt es sonder Zahl, doch etwas wirklich Neues ist nicht in Sicht. Dies sei die einfallsloseste Saison seit langem, klingt es aus dem Presse-Chor. Da könnte etwas dran sein. Und das könnte sich auf den Nachschub mit amerikanischen Serien für das deutsche Fernsehen in absehbarer Zeit empfindlich auswirken.

          Nehmen wir zum Beispiel die Serie „Quantico“ des Senders ABC. Sie handelt von einer Gruppe rasend attraktiver Rekruten der titelgebenden FBI-Akademie. Die Handlung setzt ein mit dem schlimmsten Terroranschlag seit 9/11 und fächert in Rückblenden die Ausbildung der Rekruten auf, die dunkle Geheimnisse voreinander verbergen. Einer von ihnen steht schließlich selbst unter Terrorverdacht - oder ist das Ganze in Wahrheit eine große Verschwörung?

          Nackt, bedeckt nur mit Tattoos

          „Blindspot“ von NBC handelt von einer jungen Frau namens Taylor Shaw (Jaimie Alexander), die nackt, ohne Gedächtnis und mit rätselhaften Tätowierungen bedeckt am Times Square gefunden wird und, wie sich zeigt, über erstaunliche Kampfkunst-Fertigkeiten verfügt. Fans der „Bourne“-Filme, in denen Matt Damon einen Superspion spielte, der sein Gedächtnis verloren hat, werden Züge ihres Helden unschwer wiedererkennen. Gemeinsam mit dem FBI-Mann Kurt Weller (Sullivan Stapleton), dessen Name ihren Rücken schmückt, löst Taylor Shaw bald kriminalistische Rätsel, die mit ihren Tattoos zusammenhängen.

          Es gibt Action, schöne Menschen, gemeine Bösewichter und aufwendige Verfolgungsjagden - neu ist nichts davon. Und ansonsten? Schenken CBS, NBC, ABC und Fox den Zuschauern einen zweiten Aufguss nach dem anderen ein. Man könnte meinen, die Konkurrenz in Gestalt von Netflix und Amazon existierte nicht. Amazon inszeniert mit der Adaption des Romans „The Man in the High Castle“ von Philip K. Dick ein opulentes Kostümdrama, das die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts auf den Kopf stellt - die Nazis haben in dieser alternativen Historie als Erste die Atombombe gebaut und beherrschen mit den Japanern die Welt. Die Vereinigten Staaten sind westlich der Rocky Mountains von den Japanern, östlich von davon von den Nazis besetzt, gegen die sich eine kleine Gruppe von Widerstandskämpfern erhebt.

          Noch mehr Superhelden?

          Bescheiden nehmen sich im Vergleich dazu die Remakes der Networks aus: Mit „Heroes Reborn“ legt NBC die Serie „Heroes“ aus dem Jahr 2006 wieder auf. Damals war das Fernsehen noch nicht von Superhelden überbevölkert. Heute drängen sich Mutanten und übernatürlich Begabte auf dem Bildschirm, sodass die Fortsetzung einer Geschichte jugendlicher Superhelden schon im Augenblick ihres Erscheinens wie von vorgestern wirkt.

          Hat er tatsächlich eine Neue? Kermit, der Frosch und die Schweinedame Denise.

          Da ist die Reprise der „Muppets“ schon fesselnder, weil mit höherem Nostalgiefaktor versehen: Kermit und Miss Piggy sind inzwischen getrennt, allerdings ist der Frosch immer noch Produzent von Miss Piggys Latenight-Show. Also sitzen die Muppets jetzt an einem Konferenztisch und diskutieren, wie sie angesichts der Divenhaftigkeit ihrer Chefin und der Macken ihrer prominenten Gäste irgendwie eine präsentable Show zustande bekommen. Es ist nur eine leichte Abwandlung des Originalkonzepts der Serie, die von 1976 bis 1981 lief, doch fehlt ihr der Charme, mit dem der Erfinder Jim Henson die Puppen tanzen ließ. Die neuen „Muppets“ sind sehr selbstbezogen, mitunter fast zynisch.

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